E-Rikschas: Katholisches Forum kutschiert Dortmunder gratis durch die Stadt

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Wer zurzeit in der Dortmunder Innenstadt unterwegs ist, dem dürften die E-Rikschas bereits aufgefallen sein. Mit den Gratis-Fahrten verfolgt das Katholische Forum ein bestimmtes Ziel.

von Julien März

Dortmund

, 11.07.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ergänzend zur mobilen Kirchenbank, auf der das Team des katholischen Forums seit Herbst 2019 Passanten zum Gespräch einlädt, bietet das Katholische Forum Dortmund jetzt auch Fahrten in der Elektro-Rikscha an.

Mobil unterwegs

Die Idee: Mit der Rikscha ist man nun noch mobiler. Zudem müssen Passanten hier keine Zeit für ein Gespräch mitbringen, sondern kriegen auch noch Zeit geschenkt, indem sie mit der Rikscha kostenlos an ihr Ziel gebracht werden.

Wann immer es das Wetter zulässt, sind Pastor Stefan Tausch, Stefan Kaiser und Karin Stump auf den zwei Elektro-Rikschas in der Dortmunder Innenstadt unterwegs. Feste Zeiten gebe es aber nicht.

Ziel der Aktion sei es, den Menschen eine Freude zu machen - und mit ihnen über Gott und die Welt zu sprechen, so Pastor Stefan Tausch. Jeder Passant ist eingeladen, mitzufahren: einfach ansprechen.

Pastor Stefan Tausch beschreibt die Konversationen während der Fahrt als Seelsorge-Gespräche. „Es ist eine große Zielgruppe, der wir so Freude bringen können“, meint Stefan Kaiser.

„Hier gibt es keinen Maulkorb und kein Denkverbot“

Nicht nur schöne Dinge kriegt das Team vom Katholischen Kirchenforum zu hören, auch Trauer und Sorgen seien Themen bei den Begegnungen. Die Menschen dürften mit allem kommen, über das sie sprechen wollten. Viele Passanten erzählen ihre Lebensgeschichte, auch tagesaktuelle Themen wie die Corona-Krise seien Inhalt der Gespräche. „Hier gibt es keinen Maulkorb und kein Denkverbot“, meint Tausch.

Das Projekt bezeichnet er als „Selbstläufer“. Auch Stefan Kaiser sieht es als Erfolg: 350 Kilometer habe er in der ersten Woche auf der Elektro-Rikscha zurückgelegt. Ungefähr 20 Fahrten pro Tag fährt Kaiser mit der Rikscha, die eine rein elektrische Reichweite von 80 Kilometern hat.

Meistens ist er in der Dortmunder Innenstadt unterwegs, aber auch Fahrten zum Borsigplatz oder zum Phoenix-See seien schon vorgekommen. Leerfahrten gebe es kaum, erzählt Stefan Kaiser. Das Interesse sei groß, und wenn ein Fahrgast am Ziel ist, kommt meistens direkt der nächste.

Auf die Menschen zugehen

Der Grund für das Projekt ist simpel: „Wenn die Menschen nicht mehr in die Kirche kommen, kommen wir einfach zu den Menschen“, erklärt Pastor Stefan Tausch. Auch der Apostel Paulus oder nicht zuletzt Jesus seien schließlich auf die Menschen zugegangen.

Alle Passanten sind zu Gesprächen sowohl auf die mobile Kirchenbank als auch bei der Fahrt mit den E-Rikschas herzlich eingeladen.

Viel reden - das tun übrigens nicht alle Fahrgäste: Manche wollten auch einfach mal eine Runde in dem außergewöhnlichen Gefährt drehen.

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