Ehemalige Feuerwache: Riesiges Areal in Hörde wartet auf Bebauung

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Seit zehn Jahren suchen Politik und Stadt Dortmund nach Lösungen. Aber es gibt nicht einmal einen gültigen Bebauungsplan für das Areal der alten Feuerwache in Hörde. Jetzt wird Druck gemacht.

Hörde

, 10.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was wurde nicht schon für ein Aufwand betrieben, um den Bürgern zu erläutern, was einmal anstelle der alten Feuerwache 4 entstehen könnte.

Bislang haben sich aber alle Ideen und Pläne als Luftschlösser erwiesen. Denn zurzeit gibt es noch nicht einmal einen Bebauungsplan für das Gelände westlich der Wellinghofer Straße.

Dabei hatten die Verantwortlichen wahrlich Zeit genug, sich Gedanken zu machen. Denn schon im Jahr 2010 zog der Löschzug 4 der Dortmunder Feuerwehr in seine neue Feuerwache an der Zillestraße.

Das Baustellenschild vom Abriss liegt noch im Gras.

Das Baustellenschild vom Abriss liegt noch im Gras. © Jörg Bauerfeld

Die alte Wache sollte abgerissen werden, das war schnell klar. 2013 sollten die Abrissbagger rollen, doch daraus wurde nichts. Vier weitere Jahre stand die mittlerweile völlig heruntergekommene Wache noch, bis die Bagger den „Schandfleck“ endlich von der Bildfläche verschwinden ließen.

Nur, was jetzt? Eine Frage, die schon bei einer großen Bürgerversammlung im Juli 2013 diskutiert wurde. Da stellte die Stadt Dortmund nämlich die Rahmenplanung westlich der Wellinghofer Straße vor – die war aus dem Jahr 2011. Zahlreiche Bürger waren der Einladung gefolgt und hörten sich eine Geschichte inklusive Power-Point-Präsentation über die Zukunft des großen Areals an.

Wohnbebauung und kleinere Geschäfte

Eine attraktive Wohnbebauung sollte es in der Nachbarschaft des Goethe-Gymnasiums geben, ein wenig Einzelhandel und eine wohlüberlegte Verkehrsplanung. All das verschwand schnell wieder in der Versenkung.

Doch wie ist der aktuelle Stand der Akte „Alte Feuerwache Hörde“? „Für das Plangebiet wird der Bebauungsplan Hö 273 – westlich Wellinghofer Straße – aufgestellt, er befindet sich derzeit in der Bearbeitung. Bei dem Plangebiet handelt es sich um ein Areal mit komplexen Fragestellungen“, so der Pressesprecher der Stadt Dortmund, Christian Schön.

Dementsprechend seien zahlreiche Untersuchungen und Gutachten initiiert worden, wie aktuell zum Beispiel: Vorbereitung für bergbauliche Erkundungen, Erstellung der Erschließungs- und Entwässerungsplanung, immissionstechnische Untersuchung.

Es gibt mittlerweile einen Zeitplan

„Der nächste Verfahrensschritt im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens ist der Offenlegungsbeschluss. Dieser ist nach aktueller Zeitplanung für das vierte Quartal 2020 vorgesehen“, so Schön.

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Es scheint also weiter zäh voranzugehen mit einer Bebauung auf dem Areal der ehemaligen Feuerwache. „Es wäre schön, wenn uns die Verwaltung mal Ideen vorstellen würde, in welche Richtung es geht“, sagt Hördes Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris. Pläne habe es ja mittlerweile genug gegeben.

Politik möchte jetzt endlich Pläne sehen

„Wir werden hier auf jeden Fall nachhaken“, so der Bezirksbürgermeister. „Ich persönlich fand ja eine Idee mit einem generationsübergreifenden Projekt ganz charmant.“ Ob diese Idee aber umgesetzt wird? Darauf weiß auch der Bezirksbürgermeister keine Antwort.

Aber was ließe sich überhaupt auf dem Gelände an der Wellinghofer Straße realisieren? Wohnbebauung könnte dort hin, Einzelhandel auch – aber eben keine Läden mit einer Verkaufsfläche über 800 Quadratmeter, um die Angebote in der Nähe nicht zu gefährden. „Ich würde schon dafür appellieren, das dort Wohnbebauung zusammen mit einem verträglichen Einzelhandel installiert wird“, sagt Hillgeris.

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