Ein Dortmunder Stadtbezirk wird jünger - und braucht mehr Radwege

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Wie soll der Stadtbezirk Aplerbeck sich in den nächsten Jahren entwickeln? Dazu hat sich das Stadtplanungsamt Gedanken gemacht – und diese nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

Aplerbeck

, 21.11.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist wie eine Bestandsaufnahme für einen Stadtbezirk. Sozusagen eine Inventur, bei der festgestellt wird, welche Regale wieder aufgefüllt werden müssen. Federführend ist dafür das Stadtplanungsamt zuständig, das jetzt in Aplerbeck zu Gast war.

Genauer gesagt im Foyer der Adolf-Schulte-Schule. Das Projekt heißt „Insekt“, was für Integriertes Stadtbezirksentwicklungskonzept steht. Und dabei geht es um praktisch alles, was einen Stadtbezirk so ausmacht: ums Wohnen, um die Kinderbetreuung, Infrastruktur oder um Verkehrsanbindungen.

Bahnhof Aplerbeck-Süd

Dass Insekt durchaus auch auf tagesaktuelle Dinge eingeht, zeigt die Diskussion um die Verlegung des Bahnhofs Aplerbeck-Süd. Der könnte vom westlichen Teil der Wittbräucker Straße auf den östlichen verlegt werden.

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Anwohner der Fuldastraße nutzten daher die Gelegenheit, um persönlich bei der Veranstaltung vorzusprechen und die Mitglieder der Verwaltung zu überzeugen, dies doch nicht so zu planen.

Ein Dortmunder Stadtbezirk wird jünger - und braucht mehr Radwege

Großes Thema bei der Stadtentwicklung: der Bahnhof Aplerbeck-Süd. © Jörg Bauerfeld

„Und es wurde heiß diskutiert“, sagt Horst Hunke, einer der Sprecher der Bürgerinitiative Fuldastraße. Es ging um Parkplätze und um den Lärmpegel, der schon jetzt sehr hoch sei. Diese Argumentation der Bürger ging in den Ring mit der Argumentation der Verwaltung, dass der Bahnhof an neuer Stelle einen höheren Nutzungsgrad für die Aplerbeckermark hätte. Es wird hier noch Diskussion geben, denn die Bürger haben weitere Proteste angekündigt.

Radwege im Stadtbezirk

Auch hier ist das Stadtplanungsamt mit im Boot. „Von der Ost- und Westverbindung her haben wir nicht das große Problem im Stadtbezirk“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. Denn alleine mit dem Emscherweg, der von Holzwickede bis zum Phoenix-See und weiter geht, gibt es eine gut frequentierte Verbindung, die auch Sinn macht.

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„Nur von Nord nach Süd, vor allem aus dem Bereich Lichtendorf, Sölderholz mit dem Fahrrad beispielsweise nach Schüren zu kommen, das ist ein Problem“, sagt Schädel. Und daran soll gearbeitet werden - auch zusammen mit den Bürgern.

Der Stadtbezirk wird jünger

Es sei eine überraschende Nachricht gewesen, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. Die „Uralt-Ortsteile“ wie Sölderholz und Lichtendorf würden sich offenbar verjüngen. Immer mehr jüngere Familien mit Kindern ziehen in den Süden des Stadtbezirks“, sagt Jürgen Schädel. Der Generationswechsel scheint hier im vollen Gange zu sein.

Ein Dortmunder Stadtbezirk wird jünger - und braucht mehr Radwege

Die Kita Nautilus liegt in Sölderholz. Hierhin ziehen immer mehr jüngere Familien. © Jörg Bauerfeld

„Die letzten Zahlen haben noch etwas anderes ausgesagt“, sagt Schädel. Die waren aus dem Jahr 2009, als das bis dato letzte Insekt für Aplerbeck vorgestellt wurde. Nicht erstaunlich hingegen sei, dass die Stadtkrone Ost vom Altersdurchschnitt der jüngste Ortsteil in Aplerbeck sei.

Soziale Einrichtungen und Nahversorgung

An anderer Stelle legt das Stadtplanungsamt schonungslos den Finger in die Wunde. Etwa bei den Kindertageseinrichtungen im Stadtbezirk. So sind zwar drei neue Kitas in der Planung (Berghofen und Schüren) oder schon bald bezugsfertig, wie an der Sölder Straße. Aber es hakt noch gewaltig, was das Platzangebot angeht - vor allem in Berghofen.

Ein Dortmunder Stadtbezirk wird jünger - und braucht mehr Radwege

In Berghofen gibt es zu wenig Kita-Plätze. © Jörg Bauerfeld

In Sachen Nahversorgung geht Sölde am Stock. Vor allem zwischen Bahnhof und der Bundesstraße 1. Hier gibt es immer weniger Geschäfte, nur noch wenig Einzelhandel ist zu finden. „Hier muss eventuell auch über das Stadtbezirksmarketing etwas unternommen werden, damit der Bereich der Sölder Straße nicht abgehängt wird als Einkaufsbereich“, sagt Schädel.

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