Ein Kunstwerk, das man anfassen muss

hzBaukunstarchiv NRW

Normalerweise ist bei Kunstwerken Anfassen verboten. In diesem Fall ist Anfassen sogar ausdrücklich gewünscht. Denn ein Kunstwerk sorgt für Bewegung im Foyer des Baukunstarchivs am Ostwall.

Dortmund

, 01.06.2020, 21:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Werk im Foyer des Baukunstarchivs am Ostwall reizt zum Anfassen. Einmal in Bewegung gesetzt schwingen die neun runden Scheiben in weit ausholenden und in sich verdrehten Kreisen bis sie wieder zum Stillstand kommen. Es entsteht eine faszinierende Mischung aus Chaos und Harmonie. „Ein Symbol für den Fluss des Lebens“, erklärt der Künstler Jörg Wiele.

Für viele Besucher des Baukunstarchivs im alten Museum am Ostwall übt das „Scheibenmandala in neun Formen“ eine große Anziehungskraft aus. „Es weckt den Spieltrieb vieler Leute und stimmt die Beobachter freundlich“, freut sich Jörg Wiele, der das kinetische Kunstwerk geschaffen hat.

Ein Geschenk der Kulturstiftung Dortmund

Auch, wenn sich das „Scheibenmandala“ seit der Eröffnung des Baukunstarchivs im November 2018 schon oft gedreht hat, wurde es am Dienstag offiziell übergeben. Denn es ist ein Geschenk der Kulturstiftung Dortmund, die als Initiative der Dortmunder Wirtschaft seit mehr als 25 Jahren Kunst und Kultur in der Stadt fördert und vorantreibt.

Ulrich Andreas Vogt (2.v.r.) vom Vorstand der Kulturstiftung Dortmund übergab die Wandplastik von Jörg Wiele an den Geschäftsführer des Baukunstarchivs NRW, Markus Lehrmann.

Ulrich Andreas Vogt (2.v.r.) vom Vorstand der Kulturstiftung Dortmund übergab die Wandplastik von Jörg Wiele an den Geschäftsführer des Baukunstarchivs NRW, Markus Lehrmann. © Schaper

Man sehe das Baukunstarchiv NRW als eine wichtige Bereicherung der kulturellen Landschaft in Dortmund, sagte der stellvertretende Stiftungsvorsitzende Ulrich Andreas Vogt. Mit 30.000 Euro hat die Stiftung deshalb schon die Gründung des Baukunstarchivs unterstützt, außerdem wurde die Anschaffung des „Scheibenmandala“ mit 49.000 Euro finanziert.

„Der alte Charakter des Kunstmuseums blitzt so ab und an noch auf“, stellt Klaus Fehlemann vom Förderverein des Baukunstarchivs mit Blick auf die Geschichte des Ostwallmuseums fest. Bis 2009 war hier die Sammlung moderner Kunst der Stadt zuhause, die nun im U-Turm zu sehen ist.

Kunst am Bau

Aber das Werk von Jörg Wiele hat durchaus auch einen engen Bezug zum neuen Inhalt des Hauses am Ostwall, das zum Baukunstarchiv NRW umgebaut wurde. Denn der Düsseldorfer Künstler hat viele Kunst-am-Bau-Objekte geschaffen, die Teil der Architektur geworden sind.

„Das Baukunstarchiv NRW ist ein Ausstellungs- und Sammlungsort der gesamten Baukultur und damit auch ein Ort, der die Kunst im öffentlichen Raum thematisiert“, erklärt Archiv-Geschäftsführer Markus Lehrmann.

Das faszinierende Werk von Jörg Wiele soll dabei bald besonders gewürdigt werden: Mit der Kulturstiftung Dortmund ist bereits vereinbart, im nächsten Jahr eine Werkschau des Düsseldorfer Künstlers im Baukunstarchiv zu zeigen.

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