Eines der ältesten Grabkreuze Dortmunds ist in Sölde aufgetaucht

hzHistorische Fundstücke

Mehr als 500 Jahre alt ist das „Sölder Kreuz“, das jetzt offiziell in den Besitz des Aplerbecker Geschichtsvereins übergegangen ist. Zu sehen ist das Kreuz an diesem Wochenende.

Sölde

, 19.07.2019, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Bierfest im Aplerbecker Ortskern geht das ganze Wochenende. Daran angeschlossen ist der Markt im Park, der im Rodenbergpark am Samstag (20.7.) und am Sonntag (21.7.) ab 11 Uhr seine Tore öffnet. Und neben den kulinarischen Köstlichkeiten und den zahlreichen Tieren gibt es an beiden Tagen etwas ganz Außergewöhnliches zu bestaunen.

Eines der ältesten Grabkreuze Dortmunds ist in Sölde aufgetaucht

Der obere Teil des Steinkreuzes. Hier ist der Name des verstorbenen eingemeißelt: Ioes Müllerius. © Jörg Bauerfeld

Ein altes Grabkreuz aus dem Jahr 1551. Der Sölder Imker Ralf Schmidt hatte dieses erworben und nun dem Aplerbecker Geschichtsverein zur Verfügung gestellt. Die Inschrift, die in den Stein gemeißelt ist, ist nur noch zum Teil zu erkennen. Der Name des Verstorbenen ist jedoch noch gut lesbar. Für einen gewissen Ioes Müllerius ist das alte Steinkreuz damals gefertigt worden. 31 Jahre ist er vermutlich nur geworden.

Von welchem Friedhof stammt das Kreuz?

Aber wo hat dieser Ioes Müllerius gelebt? „Das kann man heute nicht mehr genau sagen“, sagt Günter Ehlers vom Aplerbecker Geschichtsverein. Der Grund dafür ist die abenteuerliche Geschichte, die hinter dem Steinkreuz steckt. „Man kann nicht mehr ganz genau sagen, von welchem Friedhof das Kreuz stammt“, sagt Ehlers. Vermutlich habe es an der Georgskirche an der Aplerbecker Ruinenstraße gestanden. „Damit wäre es das älteste Grabkreuz im Bereich Aplerbeck und eines der ältesten in Dortmund“, so Ehlers.

Eines der ältesten Grabkreuze Dortmunds ist in Sölde aufgetaucht

Der untere Teil des Fundstücks. Hier könnte das Alter des Verstorbenen angeben sein. © Jörg Bauerfeld

Irgendwann muss das alte Steinkreuz vom Friedhof verschwunden sein. Das sei früher normal gewesen. Wenn die Gräber aufgelöst wurden, hätten Angehörige die Grabplatten oder Steine mitnehmen dürfen. Aber was passierte dann damit?

Vermutlich wurden sie zunächst noch in den eigenen Gärten abgelegt und dann wurden sie vergessen.

„Wenn eine Mauer oder ein neues Haus gebaut wurde, brauchte man Steine. Und dann wurden auch die alten Grabsteine und Grabkreuze einfach verbaut“, sagt Ehlers.

In einer alten Kellerwand verbaut

Das geschah auch mit dem „Sölder Kreuz“, das seinen Namen daher hat, weil es in einer Kellerwand eines Sölder Hauses verbaut worden war. Es war Teil eines Anbaus einer Schreinerei, die im Jahr 1900 gebaut und 1999 abgerissen worden war. Seit dem wusste man in Dortmund von dem alten Steinkreuz, das auch in der Denkmalliste der Stadt aufgeführt ist.

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2004 hatte der Aplerbecker Geschichtsverein das Steinkreuz für kurze Zeit als Leihgabe erhalten, um es dann wieder an den Besitzer abzugeben. Es geriet in Vergessenheit, bis der Imker Ralf Schmidt, der bekanntlich ein Faible für alles Alte hat, erfuhr, dass das „Sölder Kreuz“ verkauft werden sollte.

Eine offizielle Spende an den Geschichtsverein

„Ich bin der Meinung, diese Geschichte soll in Sölde bleiben“, sagt Ralf Schmidt, der das alte Stück kaufte. Und da der Imker der Meinung ist, dass man Geschichte nicht mit ins Grab nehmen könne und solche Funde für alle zugänglich sein sollten, hat er jetzt das „Sölder Kreuz“ offiziell dem Aplerbecker Geschichtsverein überlassen.

Aber was geschieht nun mit dem Fundstück? „Wir werden erst einmal das Kreuz säubern“, sagt Ehlers. Vielleicht werde man die beiden Teile, in die das alte Stück irgendwann in den vergangenen 500 Jahren zerbrochen ist, auch wieder zusammenführen. Eine Idee wäre auf jeden Fall, das Steinkreuz im Inneren der Georgskirche aufzustellen. „Hier müsste aber die Gemeinde zustimmen“, sagt Ehlers.

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