Einsam in der leeren City: Hörder Kultpommesbude trotzt Corona

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Es ist nicht nur die Corona-Krise, gegen die sich die Betreiber der Kultpommesbude in Hörde wehren müssen. Kaum ein Tag vergeht, an dem der kleine Verkaufsbereich nicht mit Eiern beworfen wird.

Hörde

, 06.04.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da können die Rommels nur mit dem Kopf schütteln. Nicht einmal in Zeiten der Corona-Krise lassen sich Leute davon abhalten, nachts an der kleinen Pommesbude an der Alfred-Trappen-Straße zu randalieren.

Kaum ein Tag vergeht, an dem der kleine Verkaufsbereich nicht mit Eiern beworfen wird. Man wisse nicht, wer das macht, so die Rommels. Vermutungen gäbe es schon, aber bisher keine Beweise.

Die meisten Geschäfte sind geschlossen

Dabei sind die Zeiten ohnehin komisch genug. Denn die kleine Frittenbude, die im Volksmund oft nur „die Tür“ genannt wird, steht im Moment ganz einsam im Hörder Ortskern herum. Die meisten Geschäfte drumherum sind geschlossen. Der Bäcker hat noch Kundschaft, die Apotheke auch.

Beste Einkaufszeit in Hörde, trotzdem ist nichts los an der Ecke Hermannstraße/Alfred-Trappen-Straße.

Beste Einkaufszeit in Hörde, trotzdem ist nichts los an der Ecke Hermannstraße/Alfred-Trappen-Straße. © Jörg Bauerfeld

Bei den Ärzten ist auch noch Betrieb und ein paar Blümchen können die Menschen ebenfalls noch kaufen. Das war‘s – ansonsten herrscht im Hörder Zentrum weitestgehend tote Hose. Die Laufkundschaft, die sonst einen Großteil der Kunden ausmacht, ist aktuell nicht da.

Stammkunden kommen weiter

Selbst die Büros in der Umgebung sind verwaist – Homeoffice. Trotzdem lassen sich die Rommels nicht unterkriegen. Man mache noch einigermaßen Umsatz, so Christel Rommel. Stammkunden ließen die Pommesbude nicht im Stich und ab und zu verirre sich auch ein bisschen Laufkundschaft.

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Aber selbst die nicht gerade horrenden Umsätze scheinen einige Menschen in der Umgebung den Rommels nicht zu gönnen. So sei das Ordnungsamt schon mehrfach benachrichtigt worden, weil sich Menschenansammlungen vor dem Verkaufsfenster befunden hätten. „Wir wissen, dass wir hier nur zum Mitnehmen verkaufen dürfen“, so die Rommels.

Abstand muss eingehalten werden

Da werde auch penibel drauf geachtet. 50 Meter Abstand müssen es zur Pommesbude sein. Damit kein Kunde auf die Idee kommt, die beiden Stehtische vor dem Imbiss in Beschlag zu nehmen, sind diese mit Flatterband „gesperrt“. Zum Unterstellen der Tische ist in der übersichtlichen Frittenbude, die nicht breiter ist als das Verkaufsfenster, sowieso kein Platz.

Die Öffnungszeiten sind in der Woche gleich geblieben: von 11.30 bis 18 bzw. 19 Uhr – je nach Kundenlage in der verwaisten Hörder Innenstadt.

Schwebendes Verfahren

Die Rommels ärgern sich über die Eier und darüber, dass das Ordnungsamt gerufen wird. Denn eigentlich hat das Jahr gut begonnen. Aus einem Gerichtsverfahren wegen einer Kündigung des neuen Hausbesitzers gingen sie fürs Erste als Sieger hervor.

Eine Berufung der Gegenseite ist noch abzuwarten. Nach dem aktuellen Stand sieht es so aus, als ob die kultige Frittenbude zumindest noch bis April 2021 ihr Verkaufsfenster geöffnet hält.

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