Einsatz in Problemfamilien

DORTMUND Sie finden ungeordnete Familienverhältnisse vor, finden nicht selten verwahrloste Kinder in chaotischen Wohnverhältnissen und bringen den betroffenen Menschen erst einmal das kleine ABC der Alltags-Struktur bei: Die vielen Familien-Helfer vor Ort. Sie werden in die Problemhaushalte geschickt vom Jugendhilfedienst des Jugendamtes der Stadt.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 14.01.2008, 18:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Einsatz in Problemfamilien

Sozial-Pädagogin Silke Debie arbeitet für den Jugendhilfedienst des Jugendamtes.

Schlagzeilen über verwahrloste Kinder bestimmten in der jüngsten Vergangenheit die Berichterstattung in den Medien. Aktuell ist es die politische Diskussion über Jugendkriminalität. Ohne zwingend einen kausalen Zusammenhang herzustellen, wollten wir einmal mehr erfahren über die konkrete Hilfe vor Ort. Wir hakten nach bei der Dortmunder Jugendhilfe und führten ein Interview mit Dipl.-Sozialpädagogin Silke Debie (40).

Gut 20 neue Stellen

Im Jugendamt traf endlich die lange vermisste Unterstützung ein in Form von 20,5 neuen Stellen, also knapp 30 weiteren Mitarbeitern, die die bislang 120 Kräfte (auf 91,77 Stellen) angesichts zunehmender Fallzahlen von Problemfamilien entlasten sollen.

Mehr Spielraum

Ein weiteres Mosaiksteinchen der Entlastung könnte gut funktionierende Technik werden, die gerade in einer kleinen Projektgruppe erprobt wird. Sieben Beschäftigte der Jugendhilfe, einschließlich ihr Leiter Bodo Weirauch, testen zur Vereinfachung ihrer Dokumentationspflicht den so genannten I-Pen: Per Spracherkennung sollen die Einsatzberichte aus den Familien demnächst automatisch erfasst werden, um dann nicht mehr durch die Erziehungshelfer eigenhändig eingetippt werden zu müssen. Das verschafft ihnen mehr Spielraum für die eigentlichen Betreuungsaufgaben. Dies sei ein Baustein von vielen Verbesserungen, mit denen die Jugend- und Familienhilfe ihre Arbeit in Dortmund verbessern will, so Weirauch. Damit wir auch künftig nicht titeln müssen: „Verwahrlostes Kind tot aufgefunden.“

Das ausführliche Interview mit Silke Debie lesen Sie in der  Dienstag-Ausgabe unserer Zeitung.

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