Große Überraschung: Bekanntes Modehaus will nach Dortmund zurückkehren

hzEinzelhandel in der City

Paukenschlag für den Dortmunder Handel: Während sich Kaufhof aus der City verabschiedet hat, prüft ein bekanntes Modehaus seine Rückkehr nach Dortmund.

Dortmund

, 22.10.2020, 12:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Spatzen pfiffen es von den Dächern: Seit rund zwei Jahren befindet sich das Hagener Modehaus Sinn auf der Suche nach einem passenden Standort in der Dortmunder City. „Wir haben uns mehrere Immobilien angeschaut“, bestätigt Unternehmenssprecher Friedrich-Wilhelm Göbel.

Welchen Standort Sinn am Westenhellweg belegen wird, verrät Göbel noch nicht. Nur so viel: „Wir befinden uns aktuell in Gesprächen, von denen ich hoffe, dass sie sehr bald zu einem positiven Abschluss kommen“, so der Sinn-Sprecher. Eine denkbare Variante wäre möglicherweise das Kaufhof-Gebäude, das Ende Oktober leer gezogen wird und neu entwickelt werden soll. Ebenso käme die Immobilie der Mayerschen Buchhandlung in Betracht: Ihr droht nach dem Umzug der Mayerschen in die gegenüberliegende Immobilie des Schuhhauses Roland erst einmal Leerstand. Göbel: „Kein Kommentar.“

Konkreter Eröffnungstermin steht noch aus

Einen konkreten Eröffnungstermin kann Göbel aktuell noch nicht vermelden. „Wir wollen in Dortmund so schnell wie möglich an den Markt“, sagt der Unternehmenssprecher. „Das hängt von bestimmen Rahmenbedingungen ab, die nicht in unserer Hand liegen.“ Ein möglicher Termin könne „Herbst 2021 sein“. Sinn will Damen- und Herrenmode über eine Verkaufsfläche von „mehr als 4000 Quadratmetern“ anbieten. Das ist nicht gerade wenig. „Wir wollen uns präsentieren und dabei auch der Bedeutung des Einzelhandelsstandortes Dortmund gerecht werden“, sagt Göbel. Zum Vergleich: Das Decathlon-Haus an der Kampstraße beispielsweise verfügt über rund 3800 Quadratmeter.

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Trotz aller Diskussionen um den Wandel der Innenstädte und ihrer Einkaufsmeilen zollt der Sinn-Sprecher dem Standort Dortmund ausdrücklich Lob. Im Gegensatz zu Essen etwa, das eine „völlig verfehlte Innenstadt-Politik betrieben hat“, habe der Handelsstandort Dortmund an Bedeutung gewonnen, sagt Göbel. „Der Abschied von Kaufhof ändert daran nichts.“

Sinn setzt Expansionskurs fort

Das Schutzschirmverfahren, das Sinn durchlaufen hatte, ist seit Ende September erfolgreich abgeschlossen. Damit kann Sinn seinen jüngsten Expansionskurs fortsetzen. Erst im März eröffnete Sinn eine neue Filiale in Unna und Essen. Dabei lässt sich Sinn auch von Corona nicht beeindrucken. „Die aktuelle Lage hat nichts mit der langfristigen Strategie eines Unternehmens zu tun“, sagt Göbel. „Corona wird irgendwann vorbei sein.“

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Die Dortmunder City ist für Sinn alles andere als unbekanntes Terrain: Bis 1999 war das Modehaus am Ostenhellweg ansässig und firmierte damals teilweise noch Sinn-Leffers. Nach einem ersten Insolvenzverfahren in Eigenregie 2008 mussten zahlreiche Filialen geschlossen werden. Mitte 2018 wurde „Sinn-Leffers“ in „Sinn“ umfirmiert. Das Modehaus will in Dortmund Damen- und Herrenbekleidung „im mittleren und gehobenen Preissegment anbieten“, wie Göbel sagt. Sinn betreibt bundesweit 23 Filialen, 13 davon in Nordrhein-Westfalen. 1500 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen.

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