Rieseninvestition: Busse fahren bald elektrisch über Dortmunds Straßen

Dortmunder Stadtwerke

Hybridbusse gibt es bereits, nun wollen die Stadtwerke auch komplett elektrisch auf Dortmunds Straßen unterwegs sein. Dafür nehmen sie viel Geld in die Hand - und einen Zeitplan gibt es auch.

Dortmund

, 04.10.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Hamburg gibt es die modernen Elektrobusse bereits. Dortmund will zunächst 30 Fahrzeuge anschaffen.

In Hamburg gibt es die modernen Elektrobusse bereits. Dortmund will zunächst 30 Fahrzeuge anschaffen. © picture alliance/dpa

DSW21 setzt zunehmend auf Elektromobilität. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat laut einer Mitteilung des städtischen Unternehmens grünes Licht für das Projekt Strom-Fahrer gegeben. Ein großes Projekt, für das die Stadtwerke eine Menge Geld in die Hand nehmen wollen. Die Investition in das E-Bus-Netz mit 30 elektronisch angetriebenen Bussen soll 24 Millionen Euro kosten. Zusätzlich soll das Land laut DSW21 noch 17,8 Millionen an Fördergeldern draufpacken.

„Unsere Busflotte zählt bereits heute zu den modernsten in ganz NRW. Mit den dreißig emissionsfreien Fahrzeugen wollen wir die Elektrobustechnologie in unserer Flotte etablieren und einen Beitrag zur Verminderung der Lärm- und Abgasimmissionen in Dortmund leisten“, zitiert das Unternehmen DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung in der Pressemitteilung.

Derzeit Diesel- und Hybridbusse im Einsatz

Schon jetzt sei DSW21 auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Alle 172 Diesel- und Hybridbusse des Dortmunder Verkehrsbetriebs verfügten über eine grüne Plakette, fast alle erfüllten zudem die EURO VI-Norm, heißt es weiter.

Hubert Jung betont in diesem Zusammenhang noch einmal: „Grundsätzlich hat der ÖPNV nur einen ganz geringen Anteil am innerstädtischen Schadstoff-Ausstoß – insofern sind wir seit jeher Teil der Lösung und nicht Teil des Problems.“

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Das Projekt „StromFahrer“ soll die Maßnahmen der Stadt Dortmund zur Verringerung der Lärm- und Schadstoffbelastungen ergänzen. Ein Hintergrund für dieses Projekt ist auch der Vergleich, den die Stadt Dortmund mit der Deutschen Umwelthilfe geschlossen hat.

Fallen E-Busse schneller aus?

Ausfälle oder zusätzliche Verspätungen sollen mit der E-Flotte nicht drohen. Das Unternehmen betont, das es die Entwicklungen der Bushersteller verfolgt habe, um zuverlässige Fahrzeuge zu finden. „Unsere Fahrgäste vertrauen auf die Zuverlässigkeit unseres Fahrplans und erwarten einen stabilen Linienbetrieb. Daher mussten vor der Entscheidung für Elektrobusse die entsprechenden Rahmenbedingungen gegeben sein. Das ist nun der Fall“, sagt DSW21-Betriebsleiter Ralf Habbes. Die Elektrobusse, die angeschafft werden sollen, seien serienreif, sie würden in ausreichender Stückzahl angeschafft und es gebe verlässliche Standards bei Fahrzeugen und der Ladeinfrastruktur.

In der Pressemitteilung schaut das Unternehmen noch weiter in die Zukunft: „Innerhalb der nächsten zehn bis zwölf Jahre könnte die gesamte DSW21-Busflotte elektrifiziert sein“, heißt es.

Busse müssen auf einer Route getauscht werden

Ab spätestens Mitte 2022 werden die Fahrgäste der miteinander verknüpften Linien 470, 440 und 437 von E-Bussen durch die Stadt chauffiert. Die insgesamt rund 39 Kilometer lange, stark frequentierte Linien-Verknüpfung, die von Mengede bis nach Sölde führt, wurde für den Premieren-Einsatz ausgewählt. Schließlich bietet sie ausreichende Möglichkeiten, die Auswirkungen der Elektromobilität im Hinblick auf Umwelt, Personal, Betrieb, Technik und Fahrgäste unter die Lupe zu nehmen. „Wegen der eingeschränkten Batterie-Reichweiten werden wir beispielsweise am Betriebshof in Brünninghausen eine Umsteigehaltestelle einrichten, an der die E-Busse getauscht werden. Natürlich interessiert uns auch, wie die Fahrgäste so etwas aufnehmen“, so Habbes.

Bis die ersten Busse eingesetzt werden können wird gebaut. Passende Stromleitungen und mindestens drei Trafostationen müssten errichtet werden Habbes: „Es wartet noch ein gutes Stück Arbeit auf uns, aber wir sind gut vorbereitet und haben ein ausgeklügeltes Konzept vorliegen.“

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