Eltern erstatten Anzeige gegen Lebensretter

Nach Boots-Unfall

DORTMUND War es ein unglücklicher Unfall oder purer Leichtsinn? Tage nach dem Boots-Unfall bei der Jubiläumsfeier der DLRG-Rettungsstation am Hengsteysee erheben Eltern von verletzten Kindern schwere Vorwürfe gegen die Lebensretter.

06.07.2009, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lena Hofeld (9) brach sich einen Finger und trug eine Beckenkammprellung davon. Vivian Thomas (11) erlitt leichte Prellungen und einen Schock. „Meine Tochter saß im Boot von Sebastian. Schon beim Anfahren hat sie den Jungen festgehalten“, so Vater Burghard Thomas. Er und Sebastians Eltern wissen von mindestens sechs verletzten Kindern und einem DLRG-Mitglied.Zusammen haben sie jetzt Anzeige erstattet. Nach der ersten DLRG-Meldung glaubten die Eltern, dass der Vorfall schlichtweg „schöngeredet“ wird. „Sebastian hatte von der ersten Minute der Bootsfahrt an Angst. Das war ihm alles viel zu schnell“, so Astrid Wehner. So haben es auch Ralf und Melanie Brenken gesehen. Sie konnten den Crash von ihrem Tretboot aus unmittelbarer Nähe miterleben: „Die Boote sind extrem schnell schon vorher mehrfach aufeinander zugefahren und im letzten Moment ausgewichen. Das war kein Unfall, das war purer Leichtsinn.“

DLRG-Sprecher Christian Wurzel: „Wir konnten uns erst nach und nach ein Gesamtbild machen. Mehrere Eltern mit verletzten Kindern haben uns erst Tage nachdem Unglück angerufen.“ Auf keinen Fall wolle man etwas schönreden oder unter den Teppich kehren. „Wir arbeiten das derzeit so genau wie möglich auf. So wie es unsere Zeit als Ehrenamtliche zulässt. Wir sind alle ebenfalls tief betroffen.“ Von den Ausweichmanövern vor dem Crash weiß er aber nichts. Die beiden Fahrer der verunglückten Boote haben sich bei den Familien entschuldigt. Sie sind bis auf Weiteres suspendiert. Die Polizei ermittelt.

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