Emscherwichtel, Jagdhornbläser, Shanty-Chor - Mengeder Musikfestival bot große Vielfalt

hz15. Mengeder Musikfestival

Mehr als 350 Besucher genossen das 15. Mengeder Musikfestival in der evangelischen Remigius-Kirche. Vier Stunden dauerte das Konzert - einige Zuhörer wären gerne noch länger geblieben.

Mengede

, 27.05.2019, 13:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war vor allen Dingen die musikalische Vielfalt, die die etwa 150 Aktiven dem Publikum boten und die die Zuhörer begeisterte. Von wenigen „Gastarbeitern“ aus dem benachbarten Waltrop und Castrop abgesehen, waren die Akteure aller zwölf Formationen aus dem Stadtbezirk. Ausrichter war der Heimatverein.

Zum Auftakt bliesen die Jagdhornbläser des Teckelclubs

Zum Auftakt bliesen die Jagdhornbläser des Teckelclubs mit der Hubertusfanfare ein kräftiges Halali. Danach zeigten sie sich als Tonumwandler, indem sie aus ihren Hörnern die Schwarzwaldglocken klingen ließen. Kindliche Unbekümmertheit und Frische brachten die jüngsten Teilnehmer auf die Bühne.

Die kleinen Sänger des Kinderchors Emscherwichtel des evangelischen Familienzentrums Mengede sangen nicht nur lautstark vom Igel Oskar, von Wetterkapriolen und dem Vergnügen, durch die Matsche einer Pfütze zu waten.

Sie führten alles auch mit Körpereinsatz vor. „In solchem Nachwuchs steckt viel Potenzial für die Zukunft der Chormusik im Stadtbezirk“, meinte der Heimatvereinsvorsitzende und Moderator Hans-Ulrich Peuser.

Deutsches und russisches Liedgut zu pflegen hat sich der gemischte Chor Stimmproblem zum Ziel gesetzt. Mit dem poetischen „Das Sternchen berührt die Wolke“, in russischer Sprache vorgetragen, ließen die Sänger die Zuhörer tief in den melancholischen Winkel der russische Seele blicken. Das gelang auch dem Chor Heimatmelodie mit Solist Josef und dem Liebeslied vom Schneeballbusch.

Shanty-Chor schwamm auf der maritimen Welle

Vielseitigkeit zeigte auch der Bläserchor der Noah-Kirchengemeinde, der einen breiten musikalischen Bogen vom 18. Jahrhundert bis in die Neuzeit, von Telemann bis Richard Roblee spannte. Sichtlich erfreut, auch dabei zu sein, war der Chor Stimmproblem, der in einem Wohnzimmer probt und entgegen seinem Namen jetzt mühelos das Kirchenschiff füllte.

„Die hervorragende Akustik vermittelt uns immer wieder die Illusion, dass wir wirklich singen können“, scherzte Sänger Bernd Duwe. Voll auf der maritimen Welle schwamm der Shantychor der Musikschule Waltrop, der es besonders mit „Capitano“ von Fernando Express schaffte, in den Zuhörern die Sehnsucht nach fernen Ländern wach werden zu lassen.

Jugendliche Energie in Gesang setze der Schulchor der Regenbogengrundschule um. Der Spaß an der Musik wurde nicht nur beim Dracula-Rock hör- und sichtbar. Musikalische Leckerbissen in „Vier-Sterne-Qualität“ bot das Akkordeon Orchester Heider Spielgruppe, sei es beim Mondspaziergang, bei Highland Cathedral oder beim mitreißenden Can Can.

Ritter‘s Mandolinen-Konzert-Gesellschaft unternahm eine Reise durch die Märchenwelt

Gleich zwei seiner Chöre hatte Ludger Haumann mitgebracht. Der gemischte Chor Westerfilde führte das Publikum im Tangorhythmus in die anrüchige Bar „Hernando’s Hideway“, der Chor Take Two weckte mit „The Rose“ romantische Liebesgefühle und erinnerte mit „Somewhere over the Rainbow“ an die unvergessene Judy Garland.

Zum Schluss verzauberte Margret Assheuer mit Ritter‘s Mandolinen-Konzert-Gesellschaft mit einer Reise durch die Märchenwelt, bevor sie mit ihrer Formation wundervoll getragen die singende Zuhörer zur Ruhrgebietshymne „Glück Auf“ begleitete, wobei sich das Publikum die ehrfurchtsvoll erhob.

Stolz auf seine Crew von freiwilligen Helfern, die die vier-stündige Veranstaltung erst ermöglicht hatten und sichtlich zufrieden mit ihrem Verlauf zeigte sich Hans-Ulrich Peuser. Aber auch die Zuschauer waren begeistert. Elsbeth und Friedhelm Gessert urteilten stellvertretend für viele: „Das Programm war so abwechslungsreich, da wären wir auch noch länger geblieben. Und wenn jemand mit einer Sammelbüchse herumgegangen wäre, da hätten wir gerne etwas gegeben.“

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