Ende mit Schredder

Advent, Advent - hat wieder einer die Weihnachtsbaum-Abholung verpennt. Bis acht Uhr morgens hätten die Nadelgewächse am Samstag an der Straße stehen müssen, damit die EDG oder caritative Vereine sie abholen und zum Kompostwerk in Wambel fahren können.

14.01.2008, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Doch auch in diesem Jahr hat der ein oder andere den Termin wieder verpasst, wie so manche Tanne beweist, die jetzt noch trostlos am Straßenrand dahin vegetiert. "Diese Bäume werden im Rahmen der turnusmäßigen Straßenreinigung abgeholt", tröstet EDG-Sprecher Matthias Kienitz. Wessen Baum aber noch im Wohnzimmer steht, hat Pech.

Nur noch bis Samstag, 26. Januar, können Bürger ihre ausgedienten Weihnachtsbäume kostenfrei beim Betriebshof an der Dechenstraße oder bei den Recyclinghöfen, etwa in Hörde, Aplerbeck oder Huckarde, abgeben. "Oder sie bringen sie direkt zur Endstation: dem Kompostwerk in Wambel", schlägt Matthias Kienitz vor.

Vor kurzem noch in stiller Nacht mit Kerzen und Kugeln geschmückt, verlieren sie spätestens hier ihren weihnachtlichen Glanz: Schredder zerhacken die Bäume so, dass sie als so genanntes "Strukturmaterial" mit Abfällen aus der Biotonne zu Kompost verarbeitet werden können. Acht Wochen dauert es, bevor der Weihnachtsbaum zu Kompost geworden ist, berichtet Kienitz. 85 Prozent werden an Landwirte und Winzer verkauft.

424 Tonnen Weihnachtsbäume haben die Entsorgungsbetriebe bei ihrer Sammelaktion diesmal zusammengetragen. "Das entspricht rund 85 000 Bäumen - 3000 weniger als im Vorjahr", weiß der EDG-Sprecher. Den Größten von ihnen mussten die Abholer laut Kienitz mit einem Kranwagen abtransportieren. "Wir haben nachgemessen: Der Baum war insgesamt 13 Meter hoch und lag in drei Teile zersägt auf einer Freifläche", schmunzelt er.

Immerhin haben sich die meisten Bürger daran gehalten und ihren Baum - wie von der EDG gefordert - komplett von glitzerndem Lametta befreit. "Mit Lametta-Sündern hatten wir in diesem Jahr so gut wie keinen Ärger", freut sich Matthias Kienitz.

Schließlich wäre derartiger Schmuck Gift für den Kompost, ein Baum dementsprechend im Wambeler Kompostwerk nicht zu gebrauchen.

Wer allerdings wider Erwarten einen solchen Narren an seinem Baum gefressen hat, dass ihn derartige Entsorgungsüberlegungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt kalt lassen, muss selbstverständlich auch in der närrischen Zeit nicht auf sein geliebtes Grünzeug verzichten. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Wem doch irgendwann zu viele Nadeln auf den Teppich rieseln, der muss für seine Unentschlossenheit bezahlen.

"Bäume, die nach dem 26. Januar bei uns angeliefert werden, gelten als ganz normaler Grünabfall wie Baum- oder Rasenschnitt", berichtet Friedrich Haarmann von der EDG. Zehn Euro pro Kubikmeter sind dann für die Entsorgung fällig.

Oder man lässt die Tanne einfach stehen - Weihnachten kommt ja bekanntlich immer früher, als man denkt. bel

Ende mit Schredder

Weg damit: Die Weihnachtsbäume haben ausgedient.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Halterner Zeitung „Ermittlungsdienst Abfall“

Neue Müll-Polizei für Dortmund: Was die Mitarbeiter dürfen – und wo sie im Einsatz sind