Engel mit teuflischenTexten

«12. a cappella-Festival» im Westfalenpark

28.05.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auch diesmal waren die sechs Gruppen mit dem Publikum von der Festwiese unters regensichere Sonnensegel umgezogen - der begeisterten Stimmung kamen der kleinere Raum und die größere Nähe zwischen Publikum und Sängern zugute. Schon bevor die erste Gruppe, «muSix» aus Berlin, den ersten Ton gesungen hatte, war die kleine Arena überfüllt mit mehr als 1000 Besuchern. Mit klassischen Songs in schönen Arrangements und Abstechern in Soul und Jazz brachten die Berliner die Menge schon nach wenigen Minuten zum Tanzen. Zum ersten Mal war «muSix» bei diesem 12. a cappella-Festival dabei - ebenso wie das frische, junge Trio «mauf» aus Wien. Die Mischung aus neuen a cappella-Formationen und Publikumslieblingen vergangener Jahre, für die Festivalleiterin Sabine Müller eine glückliche Hand hat, macht die Qualität dieses Treffens aus. «mauf» war ganz nach dem Geschmack des jungen Publikums: Mit HipHop, Techno und House-Musik brachte das kreative Trio ausgelassene Stimmung unter das Segel. Auch originelle Didgeridoo-Klänge und Imitationen einer großen Trommel waren mundgemacht bei dieser Gruppe, die wie alle anderen natürlich ganz ohne Instrumente auskam - auch wenn es oft anders klang. «Ganz schön feist» heißt nicht nur die Gruppe, die den Sonntag furios beendete. Sie singt auch so: Mit Stimmen wie Engelchen, aber bitterbösen, satirischen, teuflisch guten Texten avancierten die Schwerter Kleinkunstpreisträger des vergangenen Jahres wie schon 1998 beim a capella-Festival wieder zu Publikumslieblingen, besangen Strandidyllen («Kinder bewerfen sich mit Quallen und Väter dreh'n am FKK-Strand ein Urlaubsvideo») und beklagten (ganz im Stil der «Prinzen» den «Gedächtnisschwund». Auch Pfingstmontag ließ sich das Publikum die gute Laune nicht vom Regen verderben. Die Vokalakrobaten «Yellow and green» aus Weimar, «maybebop» aus Hannover und «the house jacks», die 2004 schon im Westfalenpark begeistert haben, sorgten für ein musikalisch sonniges Finale des Festivals. JG

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