Meinung

Englisch als zweite Verwaltungssprache? Ich bin dagegen!

Die FDP will für Behörden Englisch als zweite Amtssprache einführen. Das soll es Zuwanderern erleichtern, sich in der Bürokratie zurechtzufinden. In Dortmund ist das unnötig, sagt unsere Autorin.
n Dortmund muss man Englisch als zusätzliche Amtssprache nicht gesetzlich verordnen, meint Redakteurin Gaby Kolle.
In Dortmund muss man Englisch als zusätzliche Amtssprache nicht gesetzlich verordnen, meint Redakteurin Gaby Kolle. © Menne/(A)

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat ja recht, wenn sie erklärt, Deutschland müsse als Einwanderungsland im Wettbewerb um die fähigsten Fachkräfte möglichst attraktiv sein und deshalb sprachliche Barrieren in der Verwaltung abbauen.

Deswegen aber gleich Englisch als zweite Amtssprache in der Verwaltung einführen zu wollen? Soweit sind wir noch nicht, solange wir noch nicht mal den digitalen Ausbau hingekriegt haben.

Statt dem öffentlichen Dienst flächendeckend ein sprachliches Umerziehungsprogramm verordnen zu wollen, wäre schon ein gutes Stück geschafft, wenn bestimmte Formulare in mehreren Sprachen vorlägen und die Beschäftigten an den entscheidenden Schaltstellen, etwa im Ausländeramt und bei den Bürgerdiensten, in Englisch weiterhelfen könnten.

Dortmund hat sich selbst auf den Weg gemacht

Für Dortmund gilt: Die Stadt hat sich selbst auf den Weg gemacht, um auf Zuwanderer angemessen reagieren zu können. Sie setzt bei der Personalgewinnung bereits länger auf interkulturelle Kompetenz und bei Bedarf auf Mehrsprachigkeit – übrigens auch durch die Beschäftigung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mit Migrationshintergrund.

Deshalb: allgemeine Mehrsprachigkeit in Behörden – ja, zweite Verwaltungssprache Englisch: nein. Entscheidend sind im Amt letztlich Weltoffenheit und der gute Wille, sich zu engagieren, auch wenn es schwierig wird.

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