Erdgas-Umstellung bei Herd und Heizung: In Dortmund sind 1200 Haushalte betroffen

hzVon L-Gas auf H-Gas

Es ist eines der größten Gasinfrastrukturprojekte aller Zeiten in Westdeutschland: die Umstellung von L-Gas auf H-Gas. Alle Gasgeräte in den betroffenen Haushalten müssen umgerüstet werden.

Dortmund

, 02.03.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Nordrhein-Westfalen müssen mehrere Millionen Haushalte Heizung und Herd auf eine neue, effizientere Erdgassorte umstellen; denn bisher verbrennen viele Gasgeräte niederkalorisches Erdgas (L-Gas), das zum Beispiel aus den Niederlanden stammt. Doch dort gehen die Reserven zu Neige.

Vorräte für Jahrzehnte gibt es dagegen in Ländern wie Norwegen und Russland. Dieses Gas ist allerdings hochkalorisch (H-Gas), soll heißen: Mit einem Methangehalt von bis zu 99 Prozent hat es einen höheren Brennwert. Deshalb müssen aus Sicherheitsgründen die Heizgeräte und Gasherde umgestellt werden.

Nur weniger als 1 Prozent in Dortmund betroffen

Für Dortmund allerdings gilt das nur in sehr eingeschränktem Maß. „Hier sind nur 1200 Anschlüsse betroffen, und die liegen im Bereich Höchsten“, erklärt Peter Flosbach, technischer Geschäftsführer des heimischen Versorgers DEW21, „das sind weniger als ein Prozent“; denn schon seit vielen Jahren beziehe DEW21 H-Gas aus der Nordsee.

Die 1200 Anschlüsse im Bereich Höchsten sollen im Jahr 2022 umgestellt werden. Die Menschen müssen dazu mindestens zweimal Monteure in ihre Wohnung lassen: Beim ersten Besuch machen diese eine Bestandsaufnahme der Gasverbrauchsgeräte, beim zweiten geht es an die Umrüstung. Konkret muss an jedem einzelnen Gerät eine Düse ausgetauscht werden. Außerdem müssen Techniker die Steuerung der Geräte so anpassen, dass hochkalorisches Gas durchströmen kann und weiterhin das gleiche Brennverhalten gewährleistet ist.

Bei alten Geräten kann‘s teuer werden

DEW21 arbeitet bei der Umstellung mit Fachunternehmen zusammen, die sich um die Technik kümmern. Peter Flosbach: „Wir haben jetzt die Ausschreibung für diese Dienstleistung gemacht.“

Wer sicher feststellen möchte, ob sein Anschluss betroffen ist, kann sich auf der Website der Zukunft Erdgas GmbH dazu informieren.

Die Umstellung in den betroffenen Haushalten kann aber für Mieter und Eigentümer teuer werden, für den Fall, dass ihre Gasgeräte älter als 30 Jahre sind. Weil es für diese oft keine Ersatzteile gibt, können sie nicht umgerüstet werden. Gaskunden müssen sie dann auf eigene Kosten ersetzen. Ansonsten zahlt DEW21 die Ersatzteile.

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