Erfolg mit Globalisierung

Gespräch mit Hans-Hugo Miebach zum 100-jährigen Bestehen der Unternehmensgruppe

30.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Herr Miebach, Sie sind seit mehr als 40 Jahren Chef. Lernt man als Unternehmer mehr in Krisenzeiten, oder wenn es rund läuft? Miebach: Eher in den schlechten Zeiten, weil man sich da besonders anstrengen muss. Und in welcher Phase befindet sich das Unternehmen gerade? Miebach : Der Maschinenbau in Deutschland brummt. Das ist bei uns im Bereich der Laser-Bandschweißmaschinen nicht anders. Die Auftragsbücher sind voll, der Export läuft hervorragend. Und in den anderen Bereichen? Miebach: Beim Schaltanlagenbau läuft es einigermaßen. Das hört sich nicht euphorisch an. Miebach: Die Liberalisierung der Strommärkte sorgt für einen starken Wettbewerb. Die großen Energieversorger müssen die großen Anlagen europaweit ausschreiben. Das drückt die Preise. Und wie sieht es bei der Reparatur von Motoren und Transformatoren aus? Miebach: Das ist unsere kleinste Sparte, die sich aber ihre Marktposition gesichert hat. Sie sind stark exportorientiert. Bei den Schweißmaschinen liegt der Anteil sogar bei 80 Prozent. Dank der Globalisierung machen Sie also gute Geschäfte. Miebach: Die Globalisierung ist für uns ein gewohntes Geschäft. Ohne sie gäbe es den boomenden Maschinenbau gar nicht. Miebach hat im übrigen schon in den 50er Jahren die erste Fahrradschweißmaschine nach Italien exportiert. Aber die Globalisierung birgt auch Risiken... Miebach: Sicherlich. Man ist zum Beispiel abhängig von der politischen Großwetterlage. Mitte der 70er Jahre haben wir zum Beispiel einen Großauftrag über 10 Mio. DM für zwei Schweißmaschinen bekommen. Dann kam es in China zu einem politischen Umbruch, der Auftrag wurde storniert. Schließlich konnten wir erreichen, dass wir ihn doch noch ausgeführt haben, wenn auch mit Verzögerung. Gibt oder gab es Überlegungen, Produktion ins billigere Ausland zu verlagern? Miebach: Als Unternehmer muss man immer überlegen, was man tun kann, um konkurrenzfähig zu bleiben. Aber wir sind der Überzeugung, dass bei uns vor Ort das technische Know-how sitzt und dass wir am besten von Deutschland aus unsere Hochtechnologie liefern können. Mögliche Kostenvorteile im Ausland würden durch andere Faktoren wieder verloren gehen. Herr Miebach, wie definieren Sie die Verantwortung des Unternehmers? Miebach: Der oberste Wert ist der Erhalt des Unternehmens. Damit geht die Sicherung der Arbeitsplätze einher.

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