„Erhebliche Gefährdung“: Gaststätte seit Wochen wegen Bergschäden geschlossen

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Immer wieder sorgen Bergschäden im Stadtgebiet für Probleme. In Wichlinghofen musste deswegen sechs Wochen lang eine Gaststätte schließen: Zu groß war die Gefahr.

Wichlinghofen

, 19.09.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kumpel, Bergwerke, Kohle: Dortmund ist stolz auf seine Bergbau-Vergangenheit. Doch diese holt die Stadt auch immer wieder unschön ein: durch Bergschäden.

Selbst wenn sich noch keine Risse oder Löcher an der Oberfläche bilden, sorgen sie für Absperrungen und andere Einschränkungen – wie jetzt in Wichlinghofen. Seit Mitte August darf Frank Greving nicht mehr in seine Gaststätte im Gartenverein Ruhrwaldstraße.

Im Verlauf von präventiven Untersuchungen hatte die Bezirksregierung Arnsberg im August direkt zwei verlassene Schächte gefunden, an denen oberflächennah Kohle abgebaut worden war. Zum einen der Schacht „Lichtloh“ mit 17 Metern Teufe (Tiefe) sowie der Schacht „Conrad“ mit 57 Metern Teufe.

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„Da insbesondere der Schacht ‚Conrad‘ eine nicht unerhebliche Gefährdung für die Gaststätte der Kleingartenanlage und deren Besucher dargestellt hat, wurde die Nutzung für den Zeitraum von zunächst vier Wochen vorsorglich untersagt“, erklärt der Sprecher der Abteilung Bergbau der Bezirksregierung Arnsberg, Andreas Nörthen. Neben der Gastronomie ist auch ein Spielplatz abgesperrt.

„Erhebliche Gefährdung“: Gaststätte seit Wochen wegen Bergschäden geschlossen

Pächter Frank Greving erklärt seinen Gästen und den Gartenbesitzern, was es mit der Sperrung auf sich hat. © Michael Nickel

Seitdem hat die Bezirksregierung Arnsberg die Schächte und die Hohlräume nahe der Oberflächen, die zu Tagesbrüchen führen können, mit Beton verfüllt. Bis Mitte Oktober sollen die Sicherungsarbeiten abgeschlossen sein.

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Für das Ehepaar Greving und ihre Gastronomie im Gartenverein Ruhrwaldstraße geht es aber schon ab Dienstag (24.9.) wieder los. Am Mittwoch haben die Gastronomen das „Go“ von der Bezirksregierung bekommen. „Bis dahin müssen wir jetzt erst mal klar Schiff machen“, so Frank Greving. Immerhin sei seine Gaststätte sechs Wochen geschlossen gewesen.

Kosten für Betriebsausfall werden übernommen

Die lange Schließung war für ihn und seine Frau Antonia sehr ärgerlich. Auch wenn der Gastronom es natürlich verstehen kann, dass man bei Bergschäden auf Nummer sicher geht: „Aber ohne einen finanziellen Puffer hätten wir nicht so lange schließen können.“

„Erhebliche Gefährdung“: Gaststätte seit Wochen wegen Bergschäden geschlossen

Die Bezirksregierung verfüllt derzeit die nicht gesicherten Schächte.

Es gibt eine Versicherung, die diese Kosten übernimmt, „da kann man die Kosten für den Betriebsausfall einreichen“, erklärt Greving. Allerdings erst nach Abschluss der Baumaßnahmen.

Seit 2011 untersucht die Bezirksregierung Arnsberg präventiv verlassene Tageöffnungen mithilfe eines Risikomanagements, um sie zu erfassen und bewerten. Der Bereich in Wichlinghofen wird laut Nörthen seit 2016 bearbeitet. Ende 2017 begann man aufgrund des ermittelten Risikowertes mit Untersuchungen im Bereich der Kleingartenanlage.

Die eigentliche Untersuchung begann dann im März 2019, nachdem das Baufeld auf Bomben untersucht wurde. Dabei wurde festgestellt, dass die beiden Schächte nicht standsicher verfüllt waren. Die Sicherungskosten übernimmt das Land NRW, sie belaufen sich bislang auf 335.000 Euro.

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