Erneute Verzögerung: Baustart an der Kampstraße wird wieder nichts

hzBoulevard Kampstraße

Der weitere Umbau der Kampstraße in der City zum Boulevard lässt schon seit Jahren auf sich warten. In diesem Frühjahr sollte der Weiterbau starten. Doch auch daraus wird nichts.

Dortmund

, 20.05.2020, 16:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Umbau der Kampstraße im Herzen der City wird zu einer unendlichen Geschichte: Die Pläne für den „Boulevard“ aus dem Düsseldorfer Architekturbüro Fritschi, Stahl und Baum stammen bereits aus dem Jahr 1998. 2018 war einmal als Zeitziel genannt worden.

2009 war nach dem Verschwinden der Straßenbahn von der Oberfläche mit dem ersten Bauabschnitt im Bereich Westentor begonnen worden, einige Jahre später folgte der Brüderweg im Osten.

Was fehlt, ist allerdings der zentrale Abschnitt zwischen Petrikriche und Reinoldikirche, der mit einem Lichtband und einer Wasserachse zum Herzstück der Neugestaltung werden soll. Immer wieder wurden neue Zeitziele genannt, immer wieder gab es neue Verzögerungen.

Immer wieder Verzögerungen

Nachdem zumindest schon das Umfeld der Petrikirche neugestaltet worden war, wurde ein Baustart für das Frühjahr 2018 avisiert. 2017 war dann von Problemen bei der Sicherung des Brandschutzes für die umliegenden Gebäude, beim Hochwasserschutz, bei Kanalbau und Barrierefreiheit die Rede.

Auch wenn das Umfeld der Petrikirche umgebaut wurde, ist die Gestaltung der Kampstraße weiterhin provisorisch.

Auch wenn das Umfeld der Petrikirche umgebaut wurde, ist die Gestaltung der Kampstraße weiterhin provisorisch. © Dennis Werner

Ein daraufhin möglicher Baubeginn im Frühjahr 2019 wurde wegen des Kirchentags im Juni 2019 verschoben, dann sollte auf das Awo-Jubiläumsfest Anfang September 2019 und den folgenden Weihnachtsmarkt Rücksicht genommen werden. Zuletzt hatte Baudezernent Arnulf Rybicki einen Baustart nach dem - wegen der Corona-Krise ausgefallenen - E-Bike-Festival im April dieses Jahres angekündigt.

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Doch auch daraus wird nichts. Der Grund: Es hat sich für den ersten Bauabschnitt rund um den Pylon an der Reinoldikirche, der im Juli starten sollte, schlicht kein Bauunternehmen gefunden. „Leider war die Ausschreibung der Arbeiten nicht erfolgreich“, teilte die Stadt am Mittwoch (20.5.) mit.

Kein Angebot eingegangen

Die Stadt hatte das europaweite Ausschreibungsverfahren am 21. Februar gestartet. „Die Ausschreibungsunterlagen wurden dann von sieben Bietern angefragt, jedoch gab bis zum Ablauf der Angebotsfrist am 11. Mai 2020 kein Unternehmen ein Angebot ab“, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Die Konsequenz: Weil kein Angebot vorliegt, wurden Ausschreibung und Verfahren aufgehoben. Jetzt muss ein neues Vergabeverfahren eingeleitet und die Ausschreibung entsprechend neu auf den Weg gebracht werden.

Baustart in diesem Jahr fraglich

Die zeitliche Verzögerung ist damit absehbar. Frühestens im Herbst dieses Jahres könne mit einer Auftragsvergabe gerechnet werden. Wobei dann eventuell schon wieder der Weihnachtsmarkt vor der Tür steht, der bislang auch den Platz am Pylon mit in Anspruch nimmt. Deshalb heißt es wohlweislich in der Mitteilung der Stadt: „Ob ein Baubeginn in diesem Jahr noch sinnvoll möglich ist, muss dann anhand der neuen Zeitachse noch detailliert geprüft werden.“

Hier am Reinoldipylon sollten die Umbauarbeiten beginnen.

Hier am Reinoldipylon sollten die Umbauarbeiten beginnen. © Dennis Werner

Anders ausgedrückt: Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Weiterbau erst im Frühjahr 2021 startet und damit fast ein Jahr später als ursprünglich geplant. Eine Fertigstellung wäre nach prognostizierten dreieinhalb Jahren Bauzeit damit nicht vor Mitte 2024 denkbar.

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Für die City und die Dortmunder ist das keine gute Nachricht, stellt der Cityring-Vorsitzende Dirk Rutenhofer in einer ersten Reaktion fest. „Vor allem für die Anlieger der Kampstraße ist das ganz bitter“, sagte er.

Einen Vorwurf will Rutenhofer der Verwaltung mit Blick auf die aktuelle Verzögerung aber nicht machen. Es zeige sich das generelle Problem öffentlicher Vergabeverfahren. „Und wenn es keine Angebote gibt, muss man halt eine neue Ausschreibung starten“, stellt Rutenhofer fest.

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