Erstes Baby des neuen Jahres kam um 8.03 Uhr

DORTMUND Sarah El-Mubarak heißt das erste Neugeborene des Jahres 2009. Um 8.03 Uhr am Neujahrsmorgen erblickte es im Johannes-Hospital das Licht der Welt. Doch Sarah war natürlich nicht das einzige Neujahrskind in Dortmunds Krankenhäusern.

von Von Andreas Schröter

, 01.01.2009 / Lesedauer: 3 min
Erstes Baby des neuen Jahres kam um 8.03 Uhr

Sarah ist da. Und ihre Eltern Negua Agaifi und Khaled El-Mubarak sind überglücklich.

Das zweite Baby des Jahres kam im Hörder Josefs-Hospital um 10.51 Uhr. Platz drei geht wieder an das JoHo (12.01 Uhr wiederum per Kaiserschnitt), während im Klinikum die erste Geburt des Tages erst um 14.11 Uhr stattfand. Das Knappschaftskrankenhaus meldete am Nachmittag immer noch: „Null Geburten“.

Sarahs Eltern, Mutter Negua Algaifi (34) und Vater Khaled El-Mubarak (44) erlebten vor der Geburt ein wahres Martyrium. Die Wehen hatten bereits am Silvestermorgen um 3 Uhr eingesetzt, also schlappe 29 Stunden vorher. „Wir sind aber noch nicht sofort ins Krankenhaus gegangen“, sagt Khaled El-Mubarak, „weil wir wussten: Wenn wir einmal gehen, behalten sie uns da.“ Außerdem gab‘s noch ein Problem: die andere Tochter der beiden – Aisha, ein Jahr und zwei Monate alt. Wo sollte sie unterkommen? Schließlich fand sich eine Freundin Negua Algaifas, die die Betreuung übernahm.

Fünf Minuten zu Fuß vom JoHo entfernt

Um 16 Uhr war alles geregelt, und die beiden gingen dann doch ins Krankenhaus, wobei „gehen“ hier wörtlich zu nehmen ist. Sie wohnen an der Johannesstraße, keine fünf Fußminuten vom JoHo entfernt.

An Schlaf war in der Silvesternacht nicht zu denken, immer wieder kamen und gingen die Wehen. Und weil die Gebärmutter sich nicht weiter öffnete, entschloss sich der diensthabende Arzt am Morgen schließlich zum Kaiserschnitt.

Auch Aisha war per Kaiserschnitt geholt worden. Khaled El-Mubarak durfte bei der OP nicht zusehen – warum, versteht er nicht, beim ersten Kind war das anders gewesen. Die Stunde, die er auf dem Flur warten musste, gehört zu den härtesten seines Lebens: „Man hat mir hinterher gesagt, es sei kalt gewesen. Ich habe es nicht gemerkt.“

Paar wirkte müde, aber überglücklich

Beim Pressetermin um 12 Uhr war das alles vergessen. Das Paar wirkte zwar müde, aber überglücklich. Und Klein-Sarah, 3430 Gramm schwer und 51 Zentimeter groß, ist nicht nur kerngesund, sondern macht sich auch schon lautstark bemerkbar.

Negua Agaifi aus dem Jemen und Khaled El-Mubarak aus dem Sudan haben sich vor gut zwei Jahren an der Uni Bochum kennen gelernt, wo sie eine pädagogische Weiterbildung begonnen hatte (sie war zuvor zwölf Jahre im Jemen Lehrerin gewesen) und er als Angestellter arbeitete. Heute ist El-Mubarak selbstständig und betreibt einen Imbisswagen.

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