Erwischt am Tatort Briefkasten

DORTMUND-SÜD Mehr als 100 Leser der Ruhr Nachrichten haben nach unserem Bericht über verschwundene Briefe in der Stadtteilredaktion in Hörde angerufen, weil auch sie betroffen sind. Am Nachmittag präsentierte die Post ein Ermittlungsergebnis: „Für uns ist der Fall klar: Wir haben einen Verdächtigen.“

von Von Julia Gaß und Peter Bandermann

, 03.01.2008, 18:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Erwischt am Tatort Briefkasten

Tatort Briefkasten: Die gelben Boxen waren der Arbeitsplatz eines Verdächtigen, der von der Polizei und der Abteilung „Konzern-Sicherheit“ der Deutschen Post AG ermittelt worden ist.

Und auch Dank der Hinweise unserer Leser ist das Verschwinden der Post aus den Kästen am Höchsten, im Loh, in Benninghofen und an mehreren Standorten in Hörde aufgeklärt worden. „Der Verdächtige ist bereits vor mehreren Tagen in enger Zusammenarbeit mit der Polizei überführt worden und nicht mehr in der Briefkastenleerung zuständig“, so Post-Pressesprecher Dieter Pietruck.

Dagmar Happe vom Containerdienst Happe in Hörde hatte unsere Recherchen angestoßen. Nach unserem Bericht am 28. Dezember über verschwundene Briefe meinte auch Ulrike Zimmermann aus Benninghofen, dass es viele weitere Betroffene geben muss.  Sie selbst vermisst u. a. eine Postüberweisung für ihren Zahnarzt. Überwiegend Weihnachtskarten steckten in den Umschlägen, in einigen Fällen sollte Bargeld auf die Reise gehen.

Allein das Porto in manchen Kästen hat einen dreistelligen Wert. Silvio Buchardt, Chef eines Malerbetriebs im Loh, hat 50 handgeschriebene Weihnachtskarten für Kunden in den Kasten an der Rothöfstraße geworfen. „Meine Kunden sind jetzt enttäuscht, und die Mitarbeiter bei der Post-Hotline waren inkompetent und unfreundlich“, ärgert er sich.Auch von umgekehrten Fällen mit problematischer Postzustellung berichteten Leser. So habe der ganze Limbecker Postweg am Höchsten kürzlich vier Tage lang gar keine Post bekommen.

„Manchmal kommt die Post samstags auch gar nicht“, ärgert sich Christoph Krahne: „Die Zusteller geben sogar zu, dass es nicht klappt, wenn es krankheitsbedingte Ausfälle geben."

Lesen Sie jetzt