Esprit schließt am Westenhellweg: Diese Pläne hat der Eigentümer für das Haus

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Esprit schließt am Westenhellweg. Damit steht ein großes Ladenlokal auf Dortmunds Einkaufsmeile leer. Der Eigentümer der Immobilie äußert sich zu seinen Plänen – und kommentiert ein Gerücht.

Dortmund

, 15.05.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Samstagabend (18.5.) gehen bei Esprit am Westenhellweg die Lichter aus: Die Modekette schließt ihren Laden und ist dann in Dortmund nur noch in der Thier-Galerie vertreten. Wie vielen Mitarbeiterinnen aufgrund der Schließung gekündigt wurde, mochte Esprit auf Anfrage nicht mitteilen. Das Unternehmen hatte jüngst erklärt, dass das Ladenlokal am Westenhellweg zu groß und heutzutage „nicht mehr für Esprit (und viele andere Marken) geeignet ist“. Die Modekette teilte zudem mit, dass sie über zwei Jahre versucht habe, sich mit dem Eigentümer der Immobilie „auf eine gemeinsame Zukunft“ zu einigen – vergeblich.

Die Immobilie, die neben Esprit auch die Mayersche Buchhandlung und den Textilhändler Zara beherbergt, gehört der R+V Versicherung. Wieso man sich nicht auf eine Zukunft mit Esprit habe einigen können – dazu äußert sich bei der Versicherung niemand: „Wir bitten um Verständnis, dass wir keine Mietvertragsverhandlungen mit unseren Vertragspartnern gegenüber Dritten kommentieren“, teilte eine Sprecherin mit.

„Ob es wieder ein Textilhändler wird, können wir noch nicht sagen“

Einen Nachmieter für Esprit gibt es bislang nicht. Man habe einen Makler mit der Vermarktung des Ladenlokals beauftragt, ließ die R+V-Sprecherin wissen. Dabei gehe man auf die Wünsche und Anforderungen des Marktes ein: „Ob es wieder ein Textilhändler wird, können wir aktuell noch nicht sagen.“

Die Einschätzung, dass das große Ladenlokal nicht mehr für Textilhändler geeignet sei, teilt Andreas Grüß jedenfalls nicht. Er ist Geschäftsführer des auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierten Unternehmens Lührmann Osnabrück, das in Dortmund viele Immobilien vermittelt. „In Dortmund suchen wir noch Textiler“, sagt Grüß. Für ausländische Modemarken etwa sei es in der Region typisch, zunächst im Centro Oberhausen zu eröffnen und dann den Blick nach Dortmund zu richten. „Nach Düsseldorf und Köln ist Dortmund die drittstärkste Stadt in NRW“, sagt Grüß. Er selbst wisse vom Interesse mehrerer Textilhändler am Standort Dortmund.

Hotel im Obergeschoss?

Was die R+V-Immobilie angeht, hält sich – unabhängig von der aktuellen Esprit-Schließung – in Dortmund ein hartnäckiges Gerücht: Es gebe Pläne, im Obergeschoss der Immobilie mitten auf dem Westenhellweg ein Hotel unterzubringen. Die R+V-Sprecherin teilte dazu auf Anfrage jedoch mit: „Aktuell führen wir keine Verhandlungen zur Vermarktung der Obergeschosse.“

Dass Dortmund trotz zahlreicher Hotel-Neueröffnungen in den vergangenen Jahren noch Potenzial für neue Hotels hätte, bescheinigte 2018 eine von der Wirtschaftsförderung in Auftrag gegebene Studie: Demnach gebe es einen jährlichen Bedarf von 200 Hotelbetten pro Jahr bis 2025.

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