EU-Geld könnte den Ausbau der Bahnstrecke Dortmund-Münster beschleunigen

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Ohne Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer fand der Westfälische Bahngipfel in Dortmund statt. Aber es gab ein Hoffnungszeichen für den geforderten Ausbau der Bahnstrecke Dortmund-Münster.

Dortmund, Lünen, Werne, Nordkirchen

, 02.12.2019, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Forderung ist alles andere als neu, aber sie wurde beim Westfälischen Bahnhgipfel am Montag im Dortmunder Rathaus besonders vehement vorgetragen: Die eingleisige Bahnstrecke zwischen Dortmund und Münster muss sofort ausgebaut werden, forderten die Vertreter des Bahnbündnisses – wohlwissend, dass „sofort“ in einem solchen Fall viele Jahre Planung und Bau in Anspruch nimmt. Aber man müsse jetzt schnell in die Planfeststellung kommen, sagte Ralf Bülte, Bau- und Planungsdezernent in Werne.

Absagen aus Berlin

Gern hätte man das den Hauptadressaten der Forderung, Bahnchef Richard Lutz und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) persönlich mitgeteilt. Doch beide kamen der im Sommer ausgesprochenen Einladung zum Bahngipfel nicht nach, verwiesen auf die noch laufenden Arbeiten am neuen Betriebskonzept der Bahn unter dem Titel „Deutschlandtakt 2030“.

Dass man dazu vielleicht auch Anregungen aus den Regionen mitnehmen könnte scheint in Berlin keine Überlegung zu sein. Die Dialogkultur sei auf Bundesebene wohl nicht besonders ausgeprägt, stellte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau fest. „Jede gute Planung beginnt damit, dass man mit den Leuten vor Ort spricht“, ergänzte Robin Denstorff, Stadtbaurat in Münster.

EU-Geld könnte den Ausbau der Bahnstrecke Dortmund-Münster beschleunigen

Die Vertreter des Bahnbündnisses Westfalen bei ihrem Treffen im Dortmunder Rathaus © Roland Gorecki

Trotz der Absagen aus Berlin hatte Sierau gemeinsam mit seinem Amtskollegen Markus Lewe aus Münster Vertreter aus der Region erneut zum Bahngipfel ins Dortmunder Rathaus eingeladen. Das „Bahnbündnis Westfalen“ hatte sich im März 2019 gegründet und ist seitdem stetig gewachsen. Neben den Städten, die entlang der Bahnstrecke liegen, gehören auch Kammern, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und Vereine wie die Intiaitve Pro Bahn dazu.

Nadelöhr im Bahnnetz

Die Vertreter des Bündnisses bekräftigten am Montag die Forderung nach einem sofortigen Ausbau der bislang eingleisigen Bahnstrecke zwischen Dortmund und Münster, die ein Nadelöhr im bundesweiten Bahnnetz ist. Mit der Folge, dass Fernzüge etwa nach Hamburg und Regionalzüge zwischen Dortmund und Münster hier nur im Stundentakt fahren.

„Wir sprechen hier nicht über eine Provinzstrecke, sondern eine Fernverkehrsmagistrale“, sagte Denstorff. „Es geht um eine Metropolenverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Hamburg“, erklärte Stefan Peltzer als Vertreter der IHK Dortmund.

EU sieht „höchste Priorität“

Aber es gab auf dem Bahngipfel ein Hoffnungszeichen. Der CDU-Europaabgeordnete Dr. Markus Pieper erklärte, dass die EU die Bahnstrecke schon seit 2014 als Vorhaben mit höchster Priorität für einen Lückenschluss im europäischen Bahnetz führt. Und es sei auch gelungen, das Projekt für die nächste EU-Förderperiode für die Jahre 2021 bis 2026 vorzusehen.

Mittel für den Streckenausbau aus dem europäischen Förderprogram CEF seien damit „so gut wie sicher“, sagte Pieper – vorausgesetzt, sie werden von der Bundesregierung beantragt. Immerhin steht eine EU-Förderung von 30 bis 40 Prozent der Gesamtkosten in Aussicht, erklärte der Europaabgeordnete aus dem Münsterland. Damit könne sich keiner mehr „hinter Finanzierungsschwierigkeiten verstecken“. Ohnehin: Dass der Bund den Ausbau noch nicht in Angriff genommen habe, „das versteht in Brüssel keiner“, sagte Pieper.

Sanierungsarbeiten ab 6. Januar

Zur Baustelle wird die Bahnstrecke trotzdem: Am Freitag (6.12.) stellt die Bahn in Münster die Pläne für die ab 6. Januar 2020 geplanten Sanierungsarbeiten am Eisenbahndamm zwischen Münster und Lünen und die Auswirkungen für die Kunden im Nah- und Fernverkehr vor. Dann werden bis zum 12. August 2020 auf einem weiten Teil der Strecke Busse statt Bahnen fahren. Der zweigleisige Ausbau der Gesamtstrecke kommt damit aber immer noch nicht voran.

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