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Europaschüler aus Wambel reisen auf den Spuren der Sklaverei in die Karibik

hzEuropaschule Dortmund

Sklaverei in Zuckerrohrplantagen, Tanzen im Gwo-Ka-Stil - für 13 Europaschüler war ein Besuch in der Karibik ein Wechselbad der Gefühle. Nun erfolgt der Gegenbesuch in Wambel.

Wambel

, 15.04.2019 / Lesedauer: 3 min

13 Schüler aus den Jahrgängen 9 bis 12 der Europaschule Dortmund reisten nach La Guadeloupe, um in einem interkulturellen Austausch die besondere Geschichte und Kultur der französischen Karibikinseln zu erleben. Das zwölftägige Programm konzentrierte sich besonders auf die Geschichte der Sklaverei in der Karibik und das immaterielle UNESCO Weltkulturerbe der Guadelouper: den Gwo-Ka Tanz.

Besuch einer traditionellen Zuckerrohrplantage

Das Austauschprogramm, das in Kombination mit dem Fach Französisch, der UNESCO Koordination der Europaschule Dortmund und den Lehrerinnen für Deutsch auf Guadeloupe entstanden war, führte die Schüler an verschiedene Orte der Geschichte der Sklaverei Guadeloupes. So besuchten sie gemeinsam mit ihren Austauschpartnern eine der traditionellen Zuckerrohrplantagen, auf denen früher die afrikanischen und indischen Sklaven arbeiten mussten. Dort erlebten sie die Enge der einfachen Hütten, in denen die Arbeiter und Sklaven wohnen mussten, und im Gegensatz dazu die luxuriösen Herrenhäuser der Plantagenbesitzer. Auch der Besuch der sogenannten Les Marchés des Esclaves, der Sklaventreppe, bedrückte die Jugendlichen teilweise sehr. Auf dieser langen Steintreppe wurden die Sklaven bei ihrer Ankunft auf Guadeloupe nach ihrer Herkunft geordnet, um dann noch einmal ihrer Heimat zum Abschied zuzuwinken, bevor sie sich auf den Plantagen oft zu Tode arbeiteten.

Europaschüler aus Wambel reisen auf den Spuren der Sklaverei in die Karibik

Die Schüler erlernten den Gwo-Ka-Tanz. © Europaschule

In einem extra für die Europaschule organisierten Projektkurs wurden die Schüler von professionellen Musikern und einem Tänzer im Gwo-Ka Tanzen unterrichtet. Dieser Tanz ist heute nicht nur die musikalische Basis des karibischen Karnevals, er wurde auch aufgrund seiner tänzerischen Besonderheiten und seinen Wurzeln in der Geschichte der Sklaverei zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. In einem fast zweistündigen Workshop schlugen die Jungs die verschiedenen Gwo-Ka Rhythmen auf den karibischen Trommeln, während die Mädchen in den traditionellen Röcken der Frauen die Grundschritte und Bewegungen des Gwo-Ka lernten. Den Schülern machte diese Musik so viel Spaß, dass einige von ihnen am Wochenende mit ihren Austauschpartnern noch einmal einen solchen Kurs besuchten.

„UNESCO interessierte Schule“

Für die Europaschule Dortmund, die seit knapp einem dreiviertel Jahr der UNESCO als „UNESCO interessierte Schule“ verbunden ist, sind diese interkulturellen Austausche ein wichtiger Teil ihres Schulprogramms. Neben den Menschen und der Kultur spielt aber auch das fremde Land eine wichtige Rolle. Darum war ein zweiter großer Programmpunkt die besondere Inselnatur Guadeloupes. Die Europaschüler wanderten nicht nur durch den karibischen Regenwald, sie fuhren auch mit einem Glasbodenboot durch die Korallenriffe der Insel, die nach dem französischen Meeresforscher Jacques Cousteau benannt worden waren, und konnten dabei die Artenvielfalt der guadeloupischen Unterwasserwelt beobachten. Außerdem erkundeten sie das Mangrovengebiet der Insel, welches Guadeloupe davor schützt, bei Sturmfluten überschwemmt zu werden.

Leben in Gastfamilien

Während der Zeit des Austauschs wohnten die Europaschüler bei Gastfamilien und konnten so auch die alltäglichen kulturellen Unterschiede der Guadelouper zu uns Europäern erfahren. Dabei stellte sie der fremde Lebensrhythmus zuweilen vor einige Herausforderungen. Eine der größten davon war sicherlich die Kleiderordnung an der Schule, die Sandalen und luftige Shorts verbat. Doch auch wenn es den Jugendlichen in ihren langen Hosen manchmal etwas warm wurde, war es ihnen als Gäste der Schule auch sehr wichtig, die fremden Schulregeln zu respektieren.

Jetzt, im April, begrüßt die Europaschule Dortmund ihre Gäste aus Guadeloupe und stellt ihnen die Kultur und Geschichte Dortmunds und der Region vor.

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