Evakuierung in Eving: Noch schnell was essen und dann raus aus der Zone

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Bombenentschärfung in Eving, 2000 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen. Auch eine Kleingartenanlage ist betroffen. Aufgeregt sind die Menschen nicht. Obwohl Corona hier präsent ist.

Eving

, 09.07.2020, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist kurz vor halb fünf am Donnerstag (9.7.). Mehrere Personen vom Ordnungsamt laufen durch die Ötztaler Straße in Eving. Ein paar Anwohner kommen ihnen mit Sporttaschen entgegen. Mehrere Taxis stehen am Straßenrand. In ein paar Minuten soll die Evakuierung beginnen.

„Ich wurde um 9.30 Uhr vom Ordnungsamt informiert, dass eine Bombe gefunden wurde“, sagt Andreas Soethe. „Am Morgen hat mir das aber noch keiner geglaubt.“ Soethe ist der erste Vorsitzende des Kleingartenvereins „Vorwärts“, der in direkter Umgebung der Ötztaler Straße liegt.

Im Heisenberg-Gymnasium wurde die Evakuierungsstelle für betroffene Anwohner der Bombenentschärfung eingerichtet.

Im Heisenberg-Gymnasium wurde die Evakuierungsstelle für betroffene Anwohner der Bombenentschärfung eingerichtet. © Tobias Larisch

Um kurz nach drei dann die offizielle Mitteilung der Stadt Dortmund, dass die Bombe noch am Donnerstag entschärft werden soll. Alle Anwohner im Umkreis von 250 Metern müssen das Gebiet verlassen. Rund 2000 Personen sind von der Evakuierung betroffen.

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Auch der Kleingartenverein „Vorwärts“ und zwei andere Anlagen sowie die Kindertagesstätte Rotbuchenweg liegen in dem Gebiet. Zusatzaufgabe: 24 Corona-Infizierte bzw. Personen, die sich wegen des Verdachts auf das Coronavirus in Quarantäne befinden, müssen evakuiert werden.

Hoffnung, dass alles schnell wieder vorbei ist

Für alle anderen Anwohner, die sich frei bewegen dürfen, wird eine Evakuierungsstelle im Heisenberg-Gymnasium in der Preußischen Straße eingerichtet. Dorthin sind Andreas Soether und sein Sohn um kurz nach vier aber nicht unterwegs.

„Ich hoffe, dass das alles schnell wieder vorbei ist. Ich wohne zwei Häuser neben dem Bombenfundort“, sagt der erste Vorsitzende des Kleingartenvereins „Vorwärts“ auf dem Weg zur Kleingartenanlage. Dort möchten er und sein Sohn noch eben etwas essen, bevor sie das Evakuierungsgebiet verlassen. Seine beiden Kinder bringt er bei Freunden unter. Er und seine Frau verbringen die Zeit bei Familienmitgliedern.

Andreas Brümmer vom Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg. Er ist mit für die Entschärfung der Bombe verantwortlich.

Andreas Brümmer vom Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg. Er ist mit für die Entschärfung der Bombe verantwortlich. © Tobias Larisch

„Wir sind auf das Ordnungsamt angewiesen, bis sie die Freigabe erteilen und alle Anwohner evakuiert haben“, sagt Andreas Brümmer kurz nach Evakuierungsbeginn.

Er ist vom Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg und mit für die Entschärfung der 250 Kilogramm schweren Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich. „Um 20 Uhr sollen wir beginnen“, sagt Brümmer am Nachmittag. „Das kann sich natürlich auch noch nach hinten verschieben.“

Bis in die Nacht, schätzt der Experte zu diesem Zeitpunkt, könnte der Einsatz dauern. Solange möchten Angelika und Norbert Schumak aber nicht von zuhause weg sein. Das Ehepaar ist um kurz nach 17 Uhr auf dem Parkplatz des Heisenberg-Gymnasiums angekommen und quartiert sich in der Evakuierungsstelle ein. Viel los ist dort zu dem Zeitpunkt noch nicht.

„Wir kennen das schon“, sagt Angelika Schumak. „Das ist ja nicht die erste Entschärfung in dieser Gegend. Die letzte war viel größer.“

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