Evinger Geschichtsverein zieht Parallelen zwischen Protesten von 69 und Fridays for Future

Evinger Geschichtsverein

Der „Heiße Herbst 69“ breitete sich vor 50 Jahren als Streikwelle vom Dortmunder Norden über Deutschland aus. Der Evinger Geschichtsverein blickt zurück und zieht Parallelen zur Gegenwart.

Eving

04.09.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Evinger Geschichtsverein zieht Parallelen zwischen Protesten von 69 und Fridays for Future

Am ehemaligen Werkstor der Zeche Minister Stein versammelten sich 1969 streikende Bergarbeiter ohne Vertreter ihrer Gewerkschaft. © Wolfgang Skorvanek

Spontane Streiks, ohne Unterstützung durch Gewerkschaften oder Parteien, begannen im September 1969 auf der Westfalenhütte, setzten sich über die Zentralwerkstatt der Zeche Fürst Hardenberg auf die Dortmunder Schachtanlagen und die Dortmunder Stadtwerke fort.

Dass die Geschichte auch heute noch aktuell ist, ist Thema des Treffens des Evinger Geschichtsvereins am Montag (9. September). Dr. Wilfried Kruse, ehem. Leiter der Sozialforschungsstelle in Dortmund, gibt einleitend einen Einblick in den Vorabend der Streikbewegung.

Als Zeitzeuge berichtet Werner Nass, später einer der einflussreichsten Betriebsräte in der Stahlindustrie. Die Dortmunder Stahlwerker und kurz danach auch die Bergleute der Zechen Minister Stein und Fürst Hardenberg fühlten sich nicht mehr ausreichend von den Gewerkschaften vertreten, nahmen ihre Forderungen selbst in die Hand. Konsequent und zum Schluss erfolgreich endete der insgesamt 18-tägige Streik in Deutschland.

Wolfgang Skorvanek, zweiter Vorsitzende des Evinger Geschichtsvereins, sieht einige Parallelen zwischen damals und den heutigen Protesten von Greta Thunberg: „Damals wie heute entstand eine spontane Aktion junger Menschen, die ohne Rücksicht auf Sanktionen neue Ansprüche formulierten, bevor sie von Institutionen wie Parteien und Gewerkschaften zunächst erkannt wurden.“

Zu der Veranstaltung am Montag (9. September) ab 18.30 Uhr im Evinger Schloss, Nollendorfplatz 2, sind alle Interessierten eingeladen. Der Zugang ist barrierefrei und die Teilnahme an der Veranstaltung kostenfrei.
Lesen Sie jetzt