Evinger Gewerbeverein ist sauer: Auch die Kohlenkirmes muss ausfallen

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Es hätte die vielleicht letzte Evinger Kohlenkirmes am alten Standort sein sollen. Doch nun fällt die 41. Ausgabe dieser Traditionsveranstaltung aus. Einige finden das gar nicht gut.

Eving

, 30.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch die Evinger Kohlenkirmes, die vom 7. bis 10. August hätte stattfinden sollen, fällt dem Coronavirus zum Opfer. Darüber sind die Mitglieder des ausrichtenden Evinger Gewerbevereins traurig und auch ein bisschen sauer.

Der Vorsitzende Meik Hibbeln fragt: „Warum darf es auf dem Westenhellweg und am Phoenix-See rappelvoll sein und warum dürfen 180 Menschen dicht an dicht im Flieger nach Mallorca sitzen, aber eine Kirmes darf es nicht geben?“

Die Absage hat noch weitere traurige Note: Die Kohlenkirmes 2020 wäre vielleicht die letzte am alten Standort auf dem Marktplatz an der Deutschen Straße / Ecke Bayrische Straße gewesen.

Bekanntlich soll der Platz zu einer Parklandschaft umgebaut werden: mit Café, öffentlichem WC und einem Fontänenfeld. Käme es so, wäre kein Platz mehr für die großen Fahrgeschäfte wie den Autoscooter.

Schausteller: „So lange es geht, machen wir weiter“

Baubeginn dafür soll 2021 sein, aber man wisse ja, dass sich so etwas auch verzögern könne, sagt Schausteller Thomas Trosse, der die Kohlenkirmes organisiert. Und: „So lange es noch irgendwie geht, werden wir hier weitermachen.“

Natürlich habe man sich nach Alternativstandorten umgesehen und werde das auch weiterhin tun. Aber ganz einfach sei diese Suche nicht. Die Evinger Mitte, wo zum Beispiel die Interessengemeinschaft Evinger Vereine ihr „Wir in Eving“ ausrichtet, habe zu schmale Zufahrten für die großen Kirmes-Lkw mit den Fahrgeschäften. Und der Fredenbaumplatz, wo auch die Osterkirmes stattfindet, sei einfach zu weit weg vom Evinger Zentrum.

Dennoch: Wenn es nach dem Willen Trosses, der wegen Corona seit Februar als Schausteller keine Einnahmen mehr hat und derzeit sein Erspartes aufbraucht, und des Gewerbevereins geht, wird es auch in den nächsten Jahren - irgendwo - eine Kohlenkirmes geben.

Die Besucherzahlen waren in den vergangenen Jahren stabil auf einem hohen Niveau

Denn dass solche Veranstaltungen out sind, glauben die Beteiligten nicht. Die Besucherzahl sei gleichbleibend hoch. Auch eine Facebook-Umfrage habe ergeben, dass die Menschen die Kohlenkirmes weiter wollen.

„Manche freuen sich darauf monatelang“, sagt Hibbeln, „sie legen ihren Urlaub so, dass sie auf jeden Fall in Eving sind, wenn die Kirmes läuft.“ Das Fest sei ein gesellschaftliches Ereignis.

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Über die bisherige Umgestaltung des Evinger Marktplatzes mit Blumenkübeln und Sitzgelegenheiten sind die Mitglieder des Gewerbevereins alles andere als glücklich. „Das ist einfach nicht schön“, heißt es einhellig.

Immerhin habe die Politik sie eingeladen, zur künftigen Gestaltung ihre Vorschläge einzubringen. Die Hoffnung: kleine Veranstaltungen wie einen Martins- oder Weihnachtsmarkt könnten dann möglich sein.

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