Hartnäckig: Evinger Grundschüler erkämpften sich eine neue Sportanlage

hzElisabeth-Grundschule

Über ein neues „Multifunktions-Sportfeld“ können sich die Schülerinnen und Schüler der Elisabeth-Grundschule freuen. Sie haben sich die Sportanlage selbst erkämpft - mit manchen Hürden.

Eving

, 17.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Demokratie will gelernt sein. An der Elisabeth-Grundschule gibt es dazu ein Schülerparlament mit Vertretern aus allen Schulklassen. Und das hatte vor gut zweieinhalb Jahren vor allem einen Wunsch: eine neue Sportanlage für die Schule.

Denn der alte Bolzplatz hinter dem Gebäude der Elisabeth-Schule war nicht mehr benutzbar - uneben, voller Löcher und mit nur noch einem Tor. Aus Sicherheitsgründen musste er irgendwann sogar gesperrt werden, berichtet Lehrerin Monika Kaltenborn.

Brief an den Oberbürgermeister

Also brachte das Schülerparlament im März 2018 einen Brief an Oberbürgermeister Ullrich Sierau auf den Weg, der auch wenig später beantwortet wurde. Und darin machte Sierau den Jungen und Mädchen der Elisabeth-Grundschule durchaus Mut.

Sein Rat, einen Antrag an die Evinger Bezirksvertretung mit der Bitte um finanzielle Unterstützung zu stellen, führte allerdings eher zu einem Hürdenlauf. Der Antrag sei regelrecht verschleppt worden, kritisiert der Schulpflegschaftsvorsitzende Dr. Ralph Mast, der den Schriftwechsel führte. Von der Evinger Politik sei man eher enttäuscht. Umso verwunderter registrierte er, dass sich vor wenigen Wochen die Evinger CDU bei einem Ortstermin dafür feierte, erfolgreich auf die neue Sportanlage gedrängt zu haben.

Denn am Ende wurde das neue „Multifunktions-Spielfeld“ für 150.000 Euro in Zusammenarbeit von Schulverwaltungsamt und Grünflächenamt ohne finanzielle Hilfe der Bezirksvertretung geschaffen. Auch bei der Gestaltung unter anderem mit Basketball-Körben durften die Kinder wieder mitreden, berichtet Stephanie Schäfer als Konrektorin der Elisabeth-Grundschule.

Einsatz zahlt sich aus

Für sie und Ralph Mast ist der Erfolg der Schüler-Initiative denn auch ein Lehrstück in Sachen Demokratie und Beteiligung. „Die Kinder sehen, dass etwas passiert, wenn man sich einsetzt“, stellt der Schulpflegschaftsvorsitzende fest.

„Bespielen“ können die Kinder die neue Anlage schon seit Beginn des Schuljahres. für den Schulsport kann sie allerdings noch nicht genutzt werden. „Denn wir müssen corona-bedingt bei offenen Fenstern unterrichten und da wäre es mit Schulsport gleich daneben zu laut“, berichtet Stephanie Schäfer.

Platz für OGS-Betreuung

Genutzt wird die Fläche aber in den Pausen und von der Offenen Ganztagsschule am Nachmittag. Wegen der nötigen Trennung der Gruppen ist die neue Fläche da sehr willkommen, berichtet OGS-Koordinator Daniel Esteves. So bald wie möglich soll das „Multifunktions-Spielfeld“ aber auch für den Schulsport der Elisabeth-Grundschule und der benachbarten Hauptschule Eving genutzt werden.

Dabei helfen könnte die Umsetzung weiterer dringender Wünsche der Elisabeth-Grundschule. Nötig ist eine Erneuerung der Lüftungsanlage für die Klassenzimmer. Und auf dem Schulhof fehlt Schatten.

Der Schulhof der Elisabeth-Grundschule in Eving soll um einen Teil der Grünfläche mit den Schatten spendenden Bäumen erweitert werden

Der Schulhof der Elisabeth-Grundschule soll um einen Teil der Grünfläche mit den Schatten spendenden Bäumen erweitert werden. © Oliver Volmerich

Zumindest das zweite Problem könnte kurzfristig gelöst werden: Der Schulhof-Zaun soll versetzt und der Schulhof um einen Teil der Grünfläche vor der Schule mit vielen schattigen Bäumen erweitert werden, kündigen Dirk Rosenthal vom Schulverwaltungsamt und Martin Eickenscheidt vom Grünflächenamt an. Dazu gab es auch schon einen Ortstermin mit Vertretern der Evinger Bezirksvertretung. Vielleicht klappt es ja diesmal besser mit der Unterstützung.

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