Experte: „Hunde können am wenigsten dazu, falls etwas passiert“

hzHundeverein Eving

Die Stadt möchte Haltern erlauben, ihre Hunde auf Waldwegen freilaufen zu lassen. Dieter Liebner vom Hundesportverein Eving ist gegen die Leinenpflicht, nimmt aber die Halter in die Pflicht.

Eving

, 17.07.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wald oder Nicht-Wald: Das ist hier die Frage, zumindest wenn es um das Anleinen von Hunden in Naturschutzgebieten geht. Das soll laut dem neuen Landschaftsplan der Stadt Dortmund außerhalb von Wäldern Pflicht sein. Auf den Waldwegen sollen Hunde dagegen frei laufen dürfen.

Dieter Liebner vom Hundesportverein Eving hat eine geteilte Meinung zu diesem Thema. „Ich persönlich bin gegen die Anleinpflicht. Die Hunde müssen hören, dann ist es auch kein Problem, wenn sie freilaufen dürfen“, sagt der „Allrounder“ des Vereins.

Das Problem sei seiner Meinung nach nur, dass dies nicht jeder Hund tue. „Selbst wenn die Hundehalter eine Prüfung mit ihrem Vierbeiner absolviert haben, heißt das noch lange nicht, dass der Hund auch auf seinen Besitzer hört“, sagt Liebner.

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Die Gefahr bei freilaufenden Hunden in Wäldern ist, dass diese Wild jagen könnten. Wenn es wegen des neuen Landschaftsplans zu Meldungen von Hunden käme, die ein Wildtier angegriffen haben, würden alle anderen Besitzer darunter leiden, aber: „Die Hunde können oft am wenigsten dazu, falls etwas passiert“, sagt Liebner.

„Wenn die Halter mit ihren Tieren nur kurz spazieren gehen und diese dabei nicht ausgelastet werden, ist die Gefahr deutlich größer, dass sie jagen“, sagt der Hunde-Experte. „Außerdem müssen die Hunde durch Kontakt zu Artgenossen sozialisiert werden.“

Bis zu zehn Personen bei Kursen zugelassen

Wenn die Menschen die Hunde nicht erziehen wollen oder können, könnten sie auch stattdessen mit einem ausgebildeten Tier aus dem Heim spazieren gehen. Allerdings bedeute eine abgeschlossene Ausbildung in einem Hundeverein auch nicht zwingend etwas. Liebner: „Jeder darf sich Hundetrainer nennen.“

Ausbildungskurse konnten während des Corona-Lockdowns lange auch nicht stattfinden. „Ich durfte noch nicht einmal den Rasen mähen“, sagte Liebner. Seit Ende Mai darf der Hundesportverein Eving diese wieder anbieten. Vier Teilnehmer und ein Trainer waren anfangs nur zugelassen. Mittlerweile sind wieder bis zu zehn Personen erlaubt.

Das ist der Platz des Hundesportvereins Eving. Hier werden die Hunde von Trainern ausgebildet.

Das ist der Platz des Hundesportvereins Eving. Hier werden die Hunde von Trainern ausgebildet. © Tobias Larisch

Die Gefahr der Ansteckung an der frischen Luft schätze Liebner nur gering ein. Auch von einer Übertragung von Hunden auf Menschen habe er noch nichts gehört. „Ich habe noch nicht mitbekommen, dass ein Halter diese Bedenken geäußert hat“, sagt Liebner. Hinweise auf eine Übertragung von Tieren auf Menschen gibt es auch keine.

Trotzdem hat der Hundesportverein mit seinen circa 40 Mitgliedern sehr mit dem Coronavirus zu kämpfen. „Wir finanzieren uns größtenteils über Turniere, die auf unserer Anlage stattfinden“, sagt Liebner. „Die Stadt Dortmund hat noch keine Aussage dazu gemacht, ob und wann diese wieder möglich sind.“

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