Experten-Tipps zur Kinderbetreuung und zu Einkaufs-Touren für Oma

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Viele Dortmunder unterstützen sich in diesen Tagen. Ein Virologe erklärt, wie man Senioren Einkäufe übergeben soll und eine Versicherungs-Expertin rät zur Vorsicht bei der Kinderbetreuung.

Dortmund

, 21.03.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer wegen des grassierenden Coronavirus nicht das Haus verlassen möchte, bekommt von vielen Seiten aktuell verschiedene Hilfsangebote. Doch was ist dabei zu beachten? Wie übergebe ich Personen aus Risikogruppen die Einkaufstüten, um ein Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten? Und was ist wichtig, wenn ich auf die Kinder der berufstätigen Nachbarn aufpasse?

Dr. Bernhard Schaaf, Virologe des Klinikums Dortmund, erklärt: Wer für die Oma einkaufen geht, sollte die Lieferung nicht direkt übergeben. „Lieber die Einkäufe an der Tür abstellen und dann erst klingeln und Abstand halten“, sagt der Experte: „Dabei geht es darum, den Kontakt der Hände zu vermeiden und den vorgegebenen Abstand einzuhalten.“

Dass Viren über die Packungen und Tüten übertragen werden können, hält Schaaf für unwahrscheinlich. „Grundsätzlich sollte man die Hygienevorgaben beachten und nicht einkaufen gehen, wenn man selbst krank ist“, so der Virologe.

Im Umgang mit fremden Kindern sollte man ebenfalls sehr vorsichtig sein. „Man weiß nicht, zu wem die Kinder Kontakt hatten und man kann von ihnen auch nicht erwarten, dass sie Abstand halten und Körperkontakt vermeiden“, sagt Schaaf.

Genau abwägen, zu welchen Kindern man Kontakt hält

Aber natürlich müsse die Betreuung ja irgendwie organisiert werden. Der Fachmann rät dazu, genau abzuwägen, zu welchen Kindern man Kontakt hält. Eine Idee könne beispielsweise sein, den Kontakt auf wenige Kinder zu beschränken und mit den Eltern abzusprechen, dass diese Kinder keine anderen Kontakte haben.

Wer bei der Kinderbetreuung unsicher ist, muss übrigens immerhin nicht befürchten, belangt zu werden, sollte sich ein Kind in der eigenen Wohnung verletzen. Das erklärt Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

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„Wenn sich ein Kind verletzt, wird es von der Krankenversicherung ganz normal versorgt“, so Jarosch, unabhängig davon, wer auf das Kind aufpasst: „Sollten die Eltern eine Unfallversicherung haben, kann die auch zahlen.“

Etwas anders ist das bei Schäden, die ein Kind in der Wohnung verursacht. Die Haftpflichtversicherung der Eltern greife in der Regel erst bei Kindern ab sieben Jahren, sagt Jarosch. Wenn sich ein Kind unter sieben Jahren im Raum befindet, solle man lieber selbst gut auf seine Sachen aufpassen. Sonder-Versicherungen für Jüngere gebe es aber auch.

Hunde brauchen eine spezielle Versicherung

Richtet ein Hund einen Schaden an, muss der Halter übrigens eine spezielle Hunde-Haftpflichtversicherung haben. Die ist nicht zwingend notwendig, wenn man sich ein Haustier zulegt. „Einen durch einen Hund verursachten Schaden würde die private Haftpflicht aber nicht übernehmen“, sagt Kathrin Jarosch.

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