Explosionsgefahr, 16 Verletzte: Tanklaster löst Großeinsatz an der A2 bei Dortmund aus

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Eine Großkontrolle am Donnerstag entwickelt sich zum Großeinsatz. Die Ursache: Eine chemische Reaktion in einem Gefahrgut-Tanker. Die Folge: 16 Verletzte und eine Autobahn-Sperrung.

Dortmund

, 04.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Eigentlich ging es am Donnerstagmittag, 4. Juli, um eine groß angelegte Kontrolle auf illegale Abfalltransporte. Unter der Beteiligung verschiedenster Behörden wie Polizei, Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und Zoll - unter Federführung der Bezirksregierung Arnsberg. Aus der Großkontrolle wurde dann aber schnell ein Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei – inklusive zweistündiger Sperrung der A2 Richtung Hannover. Und mit Folgen: 16 Personen, die wegen Kopfschmerzen medizinisch versorgt werden mussten, und eine Polizeibeamtin im Krankenhaus.

Erst war ein Zischen, dann zweimal krachende Laute zu hören

Der Reihe nach: Auf dem Parkplatz „Kleine Herrenthey“ an der A2, Fahrtrichtung Hannover war aus einem der ersten kontrollierten Fahrzeuge, einem Tanklaster mit offensichtlich gefährlicher Ladung, gegen 11 Uhr ein Zischen aus einem Ventil zu hören. Schon da begann die Nervosität der kontrollierenden Behördenvertreter sichtlich zu wachsen.

Bald darauf waren aus dem Innern zwei krachende Laute zu hören. Einsatzleiter Eberhard Schulte von der Bezirksregierung Arnsberg veranlasste sofort eine Räumung des Bereichs um das Fahrzeug und eine Alarmierung der Feuerwehr.

Explosionsgefahr, 16 Verletzte: Tanklaster löst Großeinsatz an der A2 bei Dortmund aus

Bei einem der ersten kontrollierten Fahrzeuge, ein Tanklaster mit offensichtlich gefährlicher Ladung, war erst ein Zischen zu hören. Das machte die Beamten hellhörig. Kurz darauf krachte es im Innern des Fahrzeugs. © Wilco Ruhland

„Wir haben uns ganz kurzfristig zusammengesetzt. Wir, dass heißt Polizei, BAG, und Bezirksregierung. Wir haben uns beraten. Und da es auch einen unangenehmen Geruch gab und wir aus den Papieren wussten, was geladen war - ein lösemittelhaltiger, flüssiger und brennbarer Stoff -, war eine Gefahr nicht auszuschließen“, erklärt Schulte im Nachhinein. „Dann fällt die Entscheidung so, dass die Feuerwehr gerufen wird, um das zu überprüfen und die Gefahr abzuwenden.“

Einsatzleitung entscheidet eine Sperrung der A2

Mit einem großen Aufgebot von etwa 80 bis 100 Feuerwehrleuten rückten die Einsatzkräfte kurz darauf an und räumten den Bereich noch großflächiger - inklusive einer Sperrung des Parkplatzes.

Explosionsgefahr, 16 Verletzte: Tanklaster löst Großeinsatz an der A2 bei Dortmund aus

Schnell rückten die Einsatzkräfte an. Die Feuerwehr sperrte den Bereich weitläufig ab. Zu diesem Zeitpunkt war nicht ganz klar, was der Tanker geladen hatte. © Wilco Ruhland

Kurz nach 12 Uhr dann die Entscheidung der Einsatzleitung, die A2 Richtung Hannover zu sperren - „damit wir mehr Bewegungsfläche haben“, wie Christian Rohmann, Pressesprecher der Feuerwehr vor Ort erklärt.

Nach einer ersten Kontrolle von Feuerwehrleuten in Schutzanzügen begannen sie, Kühlmaßnahmen durchzuführen, sprich: Wasser auf den Tank zu schießen.

Vor Ort war zunächst nur klar, dass verschiedene Stoffe in dem Tank miteinander reagierten, wodurch es zu einem Druckanstieg kam. Durch ein Überdruckventil und eine weitere undichte Stelle entwich dadurch übelriechende Luft. Worum es sich genau bei dem Krachen handelte, war zunächst unklar.

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So war der Großeinsatz an der A2

04.07.2019
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Gegen 10 Uhr begannen verschiedene Behörden unter der Federführung der Bezirksregierung Arnsberg Fahrzeuge auf illegale Abfalltransporte zu kontrollieren.© Wilco Ruhland
Gegen 10 Uhr begannen verschiedene Behörden unter der Federführung der Bezirksregierung Arnsberg Fahrzeuge auf illegale Abfalltransporte zu kontrollieren.© Wilco Ruhland
Gegen 10 Uhr begannen verschiedene Behörden unter der Federführung der Bezirksregierung Arnsberg Fahrzeuge auf illegale Abfalltransporte zu kontrollieren.© Wilco Ruhland
Bei einem der ersten kontrollierten Fahrzeuge, ein Tanklaster mit offensichtlich gefährlicher Ladung, war erst ein Zischen zu hören. Das machte die Beamten Hellhörig. Kurz darauf krachte es im Innern des Fahrzeugs.© Wilco Ruhland
Schnell rückten die Einsatzkräfte an. Die Feuerwehr sperrte den Bereich weitläufig ab. Zu diesem Zeitpunkt war nicht ganz klar, was der Tanker geladen hatte.© Wilco Ruhland
Schnell rückten die Einsatzkräfte an. Die Feuerwehr sperrte den Bereich weitläufig ab. Zu diesem Zeitpunkt war nicht ganz klar, was der Tanker geladen hatte.© Wilco Ruhland
Schnell rückten die Einsatzkräfte an. Die Feuerwehr sperrte den Bereich weitläufig ab. Zu diesem Zeitpunkt war nicht ganz klar, was der Tanker geladen hatte.© Wilco Ruhland
Schnell rückten die Einsatzkräfte an. Die Feuerwehr sperrte den Bereich weitläufig ab. Zu diesem Zeitpunkt war nicht ganz klar, was der Tanker geladen hatte.© Wilco Ruhland
Schnell rückten die Einsatzkräfte an. Die Feuerwehr sperrte den Bereich weitläufig ab. Zu diesem Zeitpunkt war nicht ganz klar, was der Tanker geladen hatte.© Wilco Ruhland
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Schnell rückten die Einsatzkräfte an. Die Feuerwehr sperrte den Bereich weitläufig ab. Zu diesem Zeitpunkt war nicht ganz klar, was der Tanker geladen hatte.© Wilco Ruhland
Schnell rückten die Einsatzkräfte an. Die Feuerwehr sperrte den Bereich weitläufig ab. Zu diesem Zeitpunkt war nicht ganz klar, was der Tanker geladen hatte.© Wilco Ruhland
Auch ein verdächtiger Geruch ging von dem Tanker aus.© Wilco Ruhland
Auch ein verdächtiger Geruch ging von dem Tanker aus.© Wilco Ruhland
Bei einem der ersten kontrollierten Fahrzeuge, ein Tanklaster mit offensichtlich gefährlicher Ladung, war erst ein Zischen zu hören. Das machte die Beamten Hellhörig. Kurz darauf krachte es im Innern des Fahrzeugs.© Wilco Ruhland
Auch ein verdächtiger Geruch ging von dem Tanker aus.© Wilco Ruhland
Auch ein verdächtiger Geruch ging von dem Tanker aus.© Wilco Ruhland
Auch ein verdächtiger Geruch ging von dem Tanker aus.© Wilco Ruhland
Mit Kühlmaßnahmen konnte die Feuerwehr die Situation unter Kontrolle bringen.© Wilco Ruhland
Mit Kühlmaßnahmen konnte die Feuerwehr die Situation unter Kontrolle bringen.© Wilco Ruhland
Großes Feuerwehr- und Polizeiaufgebot am Parkplatz "Kleine Herrenthey" an der A2: ein Tanker mit Gefahrgut war undicht.© Wilco Ruhland
Großes Feuerwehr- und Polizeiaufgebot am Parkplatz "Kleine Herrenthey" an der A2: ein Tanker mit Gefahrgut war undicht.© Wilco Ruhland
Großes Feuerwehr- und Polizeiaufgebot am Parkplatz "Kleine Herrenthey" an der A2: ein Tanker mit Gefahrgut war undicht.© Wilco Ruhland
Mit Kühlmaßnahmen konnte die Feuerwehr die Situation unter Kontrolle bringen.© Wilco Ruhland
Großes Feuerwehr- und Polizeiaufgebot am Parkplatz "Kleine Herrenthey" an der A2: ein Tanker mit Gefahrgut war undicht.© Wilco Ruhland
Bei einem der ersten kontrollierten Fahrzeuge, ein Tanklaster mit offensichtlich gefährlicher Ladung, war erst ein Zischen zu hören. Das machte die Beamten Hellhörig. Kurz darauf krachte es im Innern des Fahrzeugs.© Wilco Ruhland
Mit Kühlmaßnahmen konnte die Feuerwehr die Situation unter Kontrolle bringen.© Wilco Ruhland
Großes Feuerwehr- und Polizeiaufgebot am Parkplatz "Kleine Herrenthey" an der A2: ein Tanker mit Gefahrgut war undicht.© Wilco Ruhland
Mit Kühlmaßnahmen konnte die Feuerwehr die Situation unter Kontrolle bringen.© Wilco Ruhland
Dann gegen 14 Uhr die Entwarnung. Der Tanker konnte zur Firma Remondis nach Lünen begleitet werden. Die A2 kurz darauf freigegeben werden.© Wilco Ruhland
Dann gegen 14 Uhr die Entwarnung. Der Tanker konnte zur Firma Remondis nach Lünen begleitet werden. Die A2 kurz darauf freigegeben werden.© Wilco Ruhland
Großes Feuerwehr- und Polizeiaufgebot am Parkplatz "Kleine Herrenthey" an der A2: ein Tanker mit Gefahrgut war undicht.© Wilco Ruhland
Dann gegen 14 Uhr die Entwarnung. Der Tanker konnte zur Firma Remondis nach Lünen begleitet werden. Die A2 kurz darauf freigegeben werden.© Wilco Ruhland
Bei einem der ersten kontrollierten Fahrzeuge, ein Tanklaster mit offensichtlich gefährlicher Ladung, war erst ein Zischen zu hören. Das machte die Beamten Hellhörig. Kurz darauf krachte es im Innern des Fahrzeugs.© Wilco Ruhland
Bei einem der ersten kontrollierten Fahrzeuge, ein Tanklaster mit offensichtlich gefährlicher Ladung, war erst ein Zischen zu hören. Das machte die Beamten Hellhörig. Kurz darauf krachte es im Innern des Fahrzeugs.© Wilco Ruhland
Bei einem der ersten kontrollierten Fahrzeuge, ein Tanklaster mit offensichtlich gefährlicher Ladung, war erst ein Zischen zu hören. Das machte die Beamten Hellhörig. Kurz darauf krachte es im Innern des Fahrzeugs.© Wilco Ruhland

Kühlmaßnahmen der Feuerwehr erfolgreich

Gegen 13.20 Uhr dann die Entwarnung. Andreas Pisarski, ebenfalls Pressesprecher der Feuerwehr erklärt: „Unsere Kühlungsmaßnahmen sind erfolgreich gewesen, es geht keine Gefahr mehr von dem Behälter aus.“ Eine zunächst befürchtete Explosionsgefahr bestand zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.

Die Feuerwehr begleitete den Tanklaster bis nach Lünen, zu seinem eigentlichen Zielort, zum Abfall-Entsorgungsunternehmen Remondis. „Da wird dann die endgültige Entsorgung der Fracht durchgeführt“, sagte Pisarski.

Kompletter Tankinhalt verfestigt sich

Anna Ephan, Pressesprecherin von Remondis, erklärt am Nachmittag auf Anfrage dieser Redaktion, welche weiteren Maßnahmen in Lünen erfolgen: „Zunächst gar keine.“ Der gesamte, ursprünglich flüssige Inhalt des Tanks habe sich verfestigt, erklärt sie. „Da ist noch nicht ganz geklärt: Wie bekommen wir das da raus und wer kann das machen“, meint Ephan.

Explosionsgefahr, 16 Verletzte: Tanklaster löst Großeinsatz an der A2 bei Dortmund aus

Auch ein verdächtiger Geruch ging von dem Tanker aus. © Wilco Ruhland

Was der Lkw geladen hatte? „Im Tank enthalten waren Destillationsflüssigkeiten und Waschflüssigkeiten. Der Tanker kam aus unserer Niederlassung in Köln. Die Ladung sollte planmäßig hier in Lünen entsorgt werden“, sagt sie.

Zu der Reaktion im Innern des Tanks kam es dadurch, dass darin „anscheinend ein Rest einer Flüssigkeit war, die etwa bei der Herstellung von Bauschaum eine Rolle spielt“, erklärt Ephan.

Diese habe mit der Destillationsflüssigkeit reagiert. „Das war eine normale chemische Reaktion von zwei eigentlich harmlosen Stoffen. Deshalb können wir es uns auch nicht erklären, warum es zu so vielen Kopfschmerz-Beschwerden kam“, sagt sie.

„Hätte durchaus explodieren können“

In der ursprünglich geplanten Kontrolle von Fahrzeugen mit Abfallladungen ging es hauptsächlich darum, illegale Abfalltransporte zu bekämpfen. Parallel zum Parkplatz „Kleine Herrenthey“ wurden auch Kontrollen an der A45 auf dem Parkplatz Kirchlinde durchgeführt“. 55 Mitarbeiter der verschiedenen Behörden waren zunächst beteiligt.

Obwohl die Beamten an der A2 es nicht schafften, allzuviele Fahrzeuge zu kontrollieren, bewertet Eberhard Schulte, Einsatzleiter von der Bezirksregierung Arrnsberg, die Großkontrolle im Nachhinein als positiv. „Wir haben letztendlich einen Gefahrgutzug, der eine Gefahr auf der Straße darstellte, aus dem Verkehr gezogen und die Gefahr abgewendet. Der hätte bei weiterem Transport durchaus explodieren können.“

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