Facharztpraxis muss wegen Corona-Ausbruch schließen

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Ein Facharzt hat sich mit dem Coronavirus infiziert und seine Praxis geschlossen. Nun wächst die Sorge vor Ansteckung bei Patienten, die sich dort kürzlich haben behandeln lassen.

Brackel

, 30.07.2020, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schreck für Mitarbeiter und Patienten des Brackeler HNO-Arztes Dr. Klaus Michael Pape. Der 60-jährige Arzt selbst hat sich mit Corona infiziert und deshalb seine Praxis an der Flughafenstraße 2 im Brackeler City-Center seit Donnerstag (30.7.) geschlossen.

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Patienten, die noch kürzlich in der Praxis waren, machen sich nun Sorgen - auch im Sozialen Netzwerk Facebook -, ob sie ebenfalls in Gefahr sind. Dazu sagt die Ehefrau des Arztes, Britta Pape, die ebenfalls positiv getestet worden ist: „Da muss niemand Angst haben. Mein Mann hat lediglich bis zum vorigen Wochenende gearbeitet, danach nicht mehr. Und vorher hat er immer den FFP3-Mund-Nasen-Schutz getragen.“ Das sei eine besonders gute medizinische Gesichtsmaske.

Weitere Arzthelferin positiv getestet

Zwar sei eine weitere Arzthelferin positiv getestet worden, aber sie sei offenbar bei einem Gespräch nach Feierabend ohne Masken infiziert worden. Britta Pape sagt, ihr Mann habe die Praxis aus freien Stücken und aus einem Verantwortungsgefühl gegenüber den Patienten geschlossen.

Laut Gesundheitsamt hätte er das nicht tun müssen. Das bestätigt Stadtsprecherin Anke Widow. Das Gesundheitsamt habe eine „Umgebungsuntersuchung“ durchgeführt und alle infrage kommenden Personen in Quarantäne geschickt.

Dr. Klaus Michael Pape hat seine Praxis im Brackeler City-Center an der Flughafenstraße / Ecke Brackeler Hellweg

Dr. Klaus Michael Pape hat seine Praxis im Brackeler City-Center an der Flughafenstraße / Ecke Brackeler Hellweg. © Andreas Schröter

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die für niedergelassene Ärzte zuständig ist, verweist in Sachen Nachverfolgung der Infektionsketten auf das städtische Gesundheitsamt.

KVWL-Sprecherin Vanessa Pudlo sagt: „Personen, die nicht vom Gesundheitsamt kontaktiert werden, weil sie keinen unmittelbaren Kontakt mit den Infizierten hatten, die sich aber aus Sorge dennoch testen lassen möchten, müssten die Kosten des Tests privat übernehmen. Wichtig ist und bleibt nach wie vor: Personen, die befürchten, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollten sich immer zunächst telefonisch an Ihren behandelnden Arzt wenden und die Praxen nicht unangemeldet aufsuchen.“

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Klaus Michael Pape geht es nach Angaben seiner Frau derzeit nicht besonders gut. Er liege im Bett, müsse sich aber noch nicht ins Krankenhaus begeben. Das Virus habe er sich nicht in der Praxis, sondern im privaten Kreis bei einer Verwandten eingefangen. Woher die es habe, sei unklar.

An der Praxistür hängt ein Schild, das die Praxis frühestens wieder am 11. August eröffnen könne. Vorher wird bei allen Beteiligten natürlich ein weiterer Corona-Test gemacht. Die Vertretung hat Dr. Siegrun Weiß, Körner Hellweg 74, Tel. 515991, übernommen.

Dr. Weiß sagt, aufgrund der besonderen Schutzmasken, die gerade HNO-Ärzte tragen, sei eigentlich eine Übertragung des Virus vom Arzt zum Patienten kaum möglich. Deswegen halte sie eine Infektionsketten-Nachverfolgung der Patienten Dr. Papes nicht für nötig.

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