Fahrlehrer soll Schülerin bei Fahrstunde vergewaltigt haben

hzLandgericht Dortmund

Ein ehemaliger Dortmunder Fahrlehrer soll bei einer Fahrstunde eine Schülerin vergewaltigt haben. Er muss sich nun vor Gericht verantworten. Er sieht die Ereignisse ganz anders.

Dortmund

, 07.10.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vorwürfe wiegen schwer, seinen Job ist er bereits los: Ein ehemaliger Fahrlehrer einer Dortmunder Fahrschule soll eine Schülerin während einer Unterrichtsstunde sexuell bedrängt und vergewaltigt haben. Zum Prozessauftakt vor dem Dortmunder Landgericht hat der 42-jährige Familienvater die Vorwürfe bestritten.

Es war im März 2018, gleich bei der ersten Fahrstunde: Der Angeklagte soll der Fahrschülerin am Ende des Unterrichts plötzlich einen Kuss auf den Mund gedrückt haben. „Wir haben über unsere Hobbys gesprochen“, sagte der 42-Jährige den Richtern. „Dann sind wir uns nähergekommen als gewollt.“ Von Zwang könne aber keine Rede sein.

Fahrt ging zu einem einsamen Feldweg

Bei den nächsten beiden Fahrstunden soll er die damals 20-Jährige dann zu einem einsamen Feldweg in Dortmund-Kley gelotst haben. Der Wagen wurde geparkt, der Motor ausgemacht. Draußen war es schon ziemlich dunkel.

Laut Anklage wurde die Schülerin bedrängt und dann auch vergewaltigt. Sie habe noch versucht, den 42-Jährigen wegzudrücken, aber nicht genug Kraft gehabt. Aus Angst, so die Staatsanwaltschaft, habe sie dann alles über sich ergehen lassen.

„Dann bin ich schwach geworden“

Dass es zu intensiven sexuellen Handlungen gekommen ist, hat der Angeklagte bereits zugegeben. Aus seiner Sicht sei die Initiative jedoch eindeutig von der Fahrschülerin ausgegangen. „Sie hat meine Hand geführt“, so der Angeklagte vor Gericht. „Ich habe viermal nein gesagt, beim fünften Mal bin ich dann schwach geworden.“

Es habe auch keine Gegenwehr gegeben. Im Gegenteil. „Ich habe sie gefragt, ob sie das möchte – und sie hat ja gesagt“, so der Angeklagte im Prozess. „Sonst hätte ich das nicht gemacht.“ Genau das ist allerdings umstritten.

Die Fahrschülerin hatte nach der dritten Fahrstunde Anzeige erstattet, einen Tag später wurde dem 42-Jährigen gekündigt, die Fahrlehrer-Lizenz wurde eingezogen. Dagegen wehrt er sich nach Angaben seines Verteidigers allerdings vor dem Verwaltungsgericht.

„Alles ist so passiert“

Und auch wenn der Angeklagte im Prozess schlecht über sie geredet hat und dabei sogar von einer angeblichen Tablettenabhängigkeit gesprochen hat, lautete der erste Satz, den die 22-Jährige den Richtern sagte so: „Alles, was ich damals ausgesagt habe, ist auch so passiert.“

Sie sei relativ neu in der Fahrschule gewesen, der Angeklagte habe sich ihr als Fahrlehrer angeboten. Gleich nach der ersten Theoriestunde folgte dann auch die erste Fahrstunde - eine Nachtfahrt. Dabei habe er ihr dann jede Menge Fragen gestellt. „Alle mit ziemlich sexuellem Inhalt.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

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