Wegen Corona: Martinsumzüge fallen reihenweise aus – aber nicht alle

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Im Dortmunder Westen hagelt es Martinsumzug-Absagen. Übrig bleiben ein einziger Umzug, der in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie anders abläuft als sonst – und eine besondere Aktion.

Lütgendortmund, Huckarde, Mengede

, 13.10.2020, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Pandemie sorgt weiterhin für einen fast leeren Veranstaltungskalender. Die meisten Martinsumzug-Organisatoren haben sich dazu entschlossen, in diesem Jahr nicht mit den Laternen durch den Dortmunder Westen zu ziehen.

Von den zehn Martinsumzügen, die es im vergangenen Jahr gab, bleibt in diesem Jahr offenbar nur ein einziger übrig. Die Stiftung Help and Hope hat sich trotz steigender Infektionszahlen für den Martinsumzug auf Gut Königsmühle in Ellinghausen entschieden.

„Wir wissen, dass viele Organisatoren sich in der aktuellen Situation für eine Absage entschieden haben und das ist auch verständlich“, sagt Help-and-Hope-Sprecherin Jana Zimmermann. „Aber wir glauben, dass wir ein gutes Konzept haben.“

Mehrere Gruppen und Zeitfenster

Wenige Tage nach dem Martinstag (11.11.), am 13. und 14. November (Freitag und Samstag), werde es mehrere Martinsumzüge in kleinen Gruppen geben. An beiden Tagen gibt es je zwei Zeitfenster: von 17 bis 18.30 Uhr und von 18 bis 19.30 Uhr.

In beiden Zeitfenstern können sich je drei Gruppen à zehn Familien unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln auf dem Hof an der Ellinghauser Straße 309 aufhalten. „Wir haben alles so geregelt, dass sich die Gruppen nicht begegnen, weil sie den Umzug an unterschiedlichen Stellen starten, und die Familien innerhalb der Gruppen ausreichend Abstand halten können“, erklärt Jana Zimmermann.

Reiter, Brezel und die Tour über den Hof sollen für die typische Martinsumzug-Stimmung sorgen. Die Anmeldung für die rund 120 Plätze erfolgt über die Homepage und die Facebook-Seite der Stiftung Help and Hope. Sie wird voraussichtlich in der kommenden Woche (ab 19.10.) freigeschaltet.

Die Martinsumzüge der Interessengemeinschaft Lütgendortmunder Vereine und Verbände, des BSV Oespel-Kley, der St. Urbanus-Gemeinde in Huckarde, des Gewerbevereins Mengede, der Gemeinde Mariä Heimsuchung in Bodelschwingh, der Deusener und der Siedlergemeinschaft Agricola in Kirchlinde entfallen.

Besondere St. Martins-Aktion in Marten

Alle Veranstalter haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und überlegen zum Teil noch, wie sie dennoch eine St.-Martins-Aktion in die Wege leiten können. Für einen Umzug allerdings sei der organisatorische Aufwand unter den gegebenen Umständen kaum zu bewältigen und die Verantwortung für die Laternenumzügler zu groß, so die einhellige Meinung.

„Eine Nichteinhaltung der Vorschriften stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro geahndet werden“, schreibt der BSV Oespel-Kley in einer Pressemitteilung. Das könne der Verein unmöglich tragen. „Die Absage soll dazu beitragen, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.“

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Die Alt-Katholische Gemeinde St. Martin in Kley möchte laut Pfarrer Robert Geßmann ebenfalls keinen großen Umzug veranstalten, überlegt aber, ob auf Grundlage der aktuellen Corona-Regeln ein kleinerer Umzug möglich ist.

In Marten soll es anstelle eines Umzuges eine besondere St.-Martins-Aktion geben. „Wir starten, damit der Gedanke des Teilens nicht verloren geht, eine Brezelaktion“, erklärt Reiner Gallen.

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Martener Winter-Sammlung für Obdachlose

Mehr als 1000 Brezel sollen am 11. und 12. November kostenlos an Schulen, Kindergärten, Kunden der Martener Geschäfte und auf dem Markt verteilt werden.

Gleichzeitig gibt es eine Winter-Sammlung (11.11.-12.12.) für die Wohnungslosen-Initiative „Das Gasthaus“.

Spenden nehmen die Gemeinden Heilige Familie und St. Laurentius sowie die Caritas Heilige Familie, das katholische Familienzentrum und die Ardey-Apotheke entgegen. Entsprechende Flyer werden in Marten ausgelegt.

Ob Schulen oder Kindergärten für sich Martinsumzüge veranstalten möchten, können sie individuell entscheiden, müssen sich aber auch an die aktuellen Corona-Regeln halten.

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