Fehlende Bildung bleibt größtes Risiko

03.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Die günstige Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt wird sich im Jahr 2008 fortsetzen." Damit rechnet Agenturchef Stefan Kulozik. Zwar gebe es bereits Anzeichen für eine nachlassende Konjunktur durch die höheren Energiepreise und die Bankenkrise in den USA, doch der Arbeitsmarkt werde diesen Trend zunächst noch nicht abbilden, "sodass wir einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit erreichen können." Eine genaue Prognose allerdings, wo die Arbeitslosenzahlen am Ende des Jahres stehen werden, wagte er gestern nicht.

Gewinner der Entwicklung seien die gut ausgebildeten, flexiblen und mobilen Arbeitssuchenden. Ein besonderes Augenmerk müsse daher weiterhin auf den schwächeren Bewerbern liegen. "Hier müssen wir noch stärker auf Bildung und Qualifizierung setzen. Denn im zurückliegenden Jahr haben die gut ausgebildeten Bewerber deutlich leichter auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen und stärker vom Fachkräftebedarf der Betriebe profitieren können." Fehlende Bildung sei das größte Arbeitsmarktrisiko. "Hier noch stärker präventiv tätig zu werden, sehe ich als unsere Herausforderung für das neue Jahr." Das Spektrum der Bildungsoffensive reiche dabei von der vertieften Berufsorientierung in den Schulen zur Vorbereitung auf die Ausbildung bis zur gezielten Qualifizierung von älteren Bewerbern oder Personen mit einer schwierigen Erwerbsbiografie.

Ein gravierendes Problem bleiben die Langzeitarbeitslosen, auch wenn ihre Zahl ebenfalls abnahm. In Dortmund waren 2007 durchschnittlich 20 107 Langzeitarbeitslose gemeldet, sie machen damit fast die Hälfte (49,2%) aller Arbeitslosen aus. Immerhin nahm ihre Zahl um 6492 oder 24,4 % im Vergleich zum Vorjahr ab. Damals belief sich ihr Anteil an allen Arbeitslosen noch auf 55,4 %. Aktuell gibt es damit weniger Menschen, die länger als ein Jahr ohne Job sind, als 2004 (20 506). kiwi

Lesen Sie jetzt