Keine Rettung im Notfall? Enge Straßen als Gefahr für Anwohner

hzRettungsdienst

Falsch parkende Autos, enge Straßen: In einer Siedlung im Jungferntal hat die Müllabfuhr regelmäßig Probleme. Und auch lebensrettende Fahrzeuge haben kaum eine Chance, durchzukommen.

Jungferntal-Rahm

, 22.04.2020, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Anwohnerin der Siedlung rund um die Ehrlichstraße, die Lauestraße und den Albert-Schweitzer-Weg ärgert sich regelmäßig, wenn sie montags die Müllabfuhr beobachtet. Denn so, wie manche Nachbarn parken, hat die kaum eine Chance, durchzukommen.

„Ich möchte niemanden anschwärzen“, sagt die Anwohnerin, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte. „Aber die Müllabfuhr sollte nicht minutenlang rangieren müssen – und manchmal trotzdem unverrichteter Dinge wegfahren.“

Der Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) ist das Problem im Jungferntal bekannt, das durch die Corona-Krise verschärft wird, weil weitaus mehr Menschen zu Hause bleiben. Meist fahre die EDG die Straßen deshalb mehrfach an, in der Hoffnung zu einem späteren Zeitpunkt durchzukommen.

Stadt will den Bereich überprüfen

Es sei auch möglich, ein kleineres Fahrzeug einzusetzen. Das sei aber in der Organisation aufwendiger, weil normalerweise die großen Müllwagen überall unterwegs seien. Deshalb habe die EDG die Verkehrsüberwachung der Stadt Dortmund informiert, so Pressesprecherin Petra Hartmann.

„Der Verkehrsüberwachung liegen keinerlei aktuelle Erkenntnisse über vermeintlich verkehrsordnungswidriges Parken in den genannten Straßen vor – weder aus der Bürgerschaft noch durch die EDG“, sagt jedoch Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter.

Nun werde sich die Verkehrsüberwachung vor Ort ein Bild machen und sich vorab mit der EDG austauschen. Auch, weil es nicht nur um Müll geht, der möglicherweise nicht abgeholt wird.

Es sei generell problematisch und teils auch gefährlich, wie an den Straßen in der Siedlung geparkt werde, so die Anwohnerin. „Die Straßen sind für Fußgänger teils kaum einsehbar“, erklärt sie. „Und wer mit Rollator oder Kinderwagen unterwegs ist, kommt ohnehin kaum durch.“

Feuerwehr verteilt Hinweiszettel

Zudem kommen neben der Müllabfuhr auch lebensrettende Fahrzeuge kaum durch. Während Notarztwagen und kleinere Krankentransporte aufgrund ihrer geringen Größe noch eine Chance haben, wird das Durchkommen für Feuerwehr und ausgewachsene Krankenwagen fast unmöglich.

„Der Rückschluss, dass wenn die Müllabfuhr nicht durchkommt, auch unsere Fahrzeuge nicht durchkommen, ist vermutlich in den meisten Fällen richtig“, sagt Feuerwehr-Pressesprecher Andreas Pisarski.

Der Bereich im Jungferntal sei bisher zwar noch nicht auffällig gewesen, wahrscheinlich weil es dort in jüngster Zeit keine Einsätze gab. Allerdings erlebe es die Feuerwehr häufig, dass Straßen oder ganze Straßenzüge schwierig zu durchfahren seien.

„Auf der Rückfahrt von Einsätzen oder bei Fahrten durch die Bezirke verteilen wir deshalb in engen Straßen Hinweiszettel“, erklärt Andreas Pisarski. „Wir möchten die Menschen so sensibilisieren.“

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