Finanzsorgen bleiben

Ev. Kirche will professionell auf Spendensammlung gehen

23.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Seit fast 13 Jahren ist Hartmut Anders-Hoepgen (Foto) Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Kirchenkreise (VKK). «Und die Finanzsorgen haben mich die ganze Zeit begleitet», stellt der 62-Jährige fest. Seinem am Montag gewählten Nachfolger, Lünens Superintendent Jürgen Lembke, dürfte es nicht anders ergehen. Denn rund um die Wahl des künftigen VKK-Vorsitzenden beherrschten einmal mehr die Berichte und Debatten bei der Verbandsversammlung im Reinoldinum. Nach wie vor sind die Kirchensteuer-Einnahmen für die evangelische Kirche in Dortmund und Lünen rückläufig - trotz der positiven konjunkturellen Entwicklung. «Zusammenfassend ist nicht davon auszugehen, dass sich auf Dauer unsere finanzielle Situation durch wesentlich höhere Kirchensteuer-Einnahmen ändert», bilanzierte VKK-Verwaltungsleiter Kurt Drees. Vor diesem Hintergrund ist auch weiterhin der Arbeitsplatz-Abbau zu sehen. Durch eine Dienstvereinbarung, mit der die VKK-Beschäftigten vorübergehend u.a. auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten, und andere Maßnahmen konnte der Kreis der Betroffenen von 24 auf zwölf reduziert werden, von denen nun elf für ein Jahr in eine Beschäftigungsgesellschaft wechseln. Immerhin ist Drees optimistisch, dass den VKK ähnlich harte Schnitte in den nächsten Jahren erspart bleiben. «Zurzeit kann davon ausgegangen werden, dass durch die getroffenen Maßnahmen der Haushalt auch über das Jahr 2009 hinaus konsolidiert ist», betont der Verwaltungschef. Nicht zuletzt geht die Kirche beim Thema Finanzen künftig auch ungewöhnliche Wege. Als Stabsstelle der Geschäftsführung wurde die Abteilung «Fundraising» neu eingerichtet, erfuhren die Verbandsvertreter am Montag. Der Leiter, Pfarrer Frank Weyen, hat die Aufgabe, ein Spendenmarketing für die evangelische Kirche aufzubauen und dazu auch die Stiftung Denkmalswerte Kirchen und das Spendenparlament Spendobel zu integrieren - unter Rücksichtnahme auf lokale Initiativen von Gemeinden, wie vom VKK-Vorstand in der Diskussion betont wurde. Oli

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