Firma Novihum verarbeitet Braunkohle – Anwohner in Sorge vor Schadstoffen

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Die Firma Novihum in Dortmund verarbeitet Braunkohle – und möchte die Produktion vergrößern. Der Firmengründer hat nun die drängendsten Fragen beantwortet. Es geht um die Herstellung von Humus.

Deusen

, 20.07.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Firma Novihum und der Dortmunder Ortsteil Deusen liegen zwar auf unterschiedlichen Seiten des Dortmund-Ems-Kanals, aber doch nah genug beieinander, um die Anwohner in Angst um ihre Gesundheit zu versetzen.

Denn Novihum verarbeitet Braunkohle. Ein Rohstoff, der im Volksmund einen eher negativ geprägten Ruf hat. „Die Deusener sind auf mich zugekommen, weil sie wissen wollten, was genau die Firma überhaupt macht“, erklärt Reiner Schramowski, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Deusen.

Die Anwohner seien in Sorge gewesen, dass Schadstoffe aus der Novihum-Produktion über die Luft bis nach Deusen gelangen. Zudem möchte sich die Firma mit Sitz im Gewerbegebiet Weidenstraße vergrößern, die Angst vor mehr Schwerlastverkehr im Ortsteil wächst. Firmengründer Horst Ninnemann nahm sich schließlich Zeit für die drängendsten Fragen der Anwohner.

Braunkohle wird nicht verbrannt

Zunächst einmal sei es wichtig zu wissen, dass die Braunkohle bei Novihum nicht wie bei der Stromproduktion verbrannt werde und somit auch keine Schadstoffe freisetzen könne, so Horst Ninnemann. Die Deusener müssten sich in Bezug auf die Firma also keine Sorgen um ihre Gesundheit machen.

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Im Gegenteil: Novihum setze sich sogar für die Gesundheit ein. Allerdings nicht für die Gesundheit von Menschen, sondern für die von Böden. „Wir stellen aus Braunkohle, die nichts anderes als unfertiger Humus ist, ein Dauerhumus-Granulat her“, erklärt Horst Ninnemann.

Das sorge dafür, dass der Boden Feuchtigkeit besser speichern könne und so die Pflanzen beispielsweise auch in Trockenperioden mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Doch warum muss der Humus künstlich hergestellt werden?

In der Natur dauere es mehr als 20 Jahre, aus 100 Kilogramm Kompost ein Kilogramm Dauerhumus zu gewinnen, so Ninnemann. Bei Novihum würden derzeit pro Jahr 1000 Tonnen Dauerhumus hergestellt.

Verkehrsaufkommen soll sich kaum erhöhen

Mithilfe einer stickstoffhaltigen Chemikalie und Sauerstoff bringe Novihum den Prozess der Humifizierung deutlich schneller zu Ende als die Natur es könne. Künftig möchte die Firma in Dortmund 3000 Tonnen Dauerhumus-Granulat produzieren.

Der von den Anwohnern gefürchtete Mehr-Verkehr bleibe aus, verspricht Horst Ninnemann. Der Verkehr werde über die Weidenstraße in Richtung Pottgießerstraße abgeführt und führe die Lkw somit nicht durch den westlichen Dortmunder Ortsteil.

Zudem handele es sich lediglich um circa fünf Lkw pro Werktag, die für Novihum unterwegs seien. Das Unternehmen, 2012 auf Basis von Forschungen der TU Dresden gegründet und seit 2015 in Dortmund ansässig, möchte ab September mit dem Umbau beginnen.

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