Fische sterben im Körnebach – sind Gifte schuld?

hzLippeverband

Im Körnebach sind Fische gestorben. Ein Husener spricht von „hochgiftigem Klärschlamm“ als Grund. Der Lippeverband nimmt dazu Stellung.

Scharnhorst

, 17.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Gerücht hat uns ein Husener Leser weitergeleitet, der namentlich nicht genannt werden möchte. Im vorigen Jahr sei es im Körnebach zu einem „großen Fischsterben“ gekommen. Er habe gehört, dass der Lippeverband wegen der ausbleibenden Regenfälle „notspülen“ musste. Das habe dazu geführt, dass „hochgiftiger Klärschlamm“ in die Körne eingeleitet worden sei. Und: „Bisher durfte mein Sohn gerne an der Körne spielen, jetzt sehen wir die Gewässer mit anderen Augen.“

Lipperverband: Es gibt keine „Notspülung“

Wir haben den Lippeverband mit dem Gerücht konfrontiert. Sprecherin Anne-Kathrin Lappe sagt, sie wisse nicht, was mit einer „Notspülung“ gemeint sei. So etwas gebe es nicht. Auch seien keine giftigen Klärschlämme in die Gewässer eingeleitet worden. Es stimme aber, dass in der Nähe des Klärwerks Scharnhorst im vorigen Jahr Fische gestoben seien. Grund dafür sei Sauerstoffmangel gewesen.

Fakt sei: Im Kanalsystem gebe es sogenannte Regenwasser-Behandlungsanlagen. Das seien unterirdische Hallen, die fast so groß wie Tiefgaragen seien. Bei extremem Starkregen, wie er im vorigen Jahr Ende August vorgekommen sei, müsse ein Teil des Oberflächenwassers aus solchen Anlagen in die umliegenden Gewässer abgegeben werden, um einen Kollaps zu vermeiden. Dabei handele es sich um „nicht klärpflichtiges Wasser“, das aber nicht die Qualität von Trinkwasser habe.

Gewässer wie hier der Kirchderner Graben führen wegen der Trockenheit derzeit wieder extrem wenig Wasser

Gewässer wie hier der Kirchderner Graben führen wegen der Trockenheit derzeit wieder extrem wenig Wasser. © Andreas Schröter

Ein solcher Abschlag könne sich negativ auf ein Gewässer wie die Körne auswirken. Denn der Bach habe aufgrund der lang andauernden Trockenheit zuvor nur noch wenig Wasser mit einem geringen Sauerstoffgehalt geführt. Ein solcher Abschlag könne dann zu einer weiteren Belastung führen, da, so Lappe „sauerstoffzehrende Stoffe stoßartig ins Gewässer gelangen“. Das wiederum könne ein Sauerstoffdefizit bewirken. Daran seien Ende August an der Oberen Körne tatsächlich Fische gestorben.

„Sauerstoffgehalt und Fischbestand haben sich normalisiert“

Lappe: „Die Sauerstoffwerte normalisierten sich dann in den folgenden Tagen.“ Gleiches gelte für den Fischbestand. Ohnehin hätten sich wegen des niedrigen Wasserstands Ende August 2019 nur noch wenige Fische in dem fraglichen Teil der Körne befunden. „Die Fische wandern in solchen Fällen in Bäche mit mehr Wasser“, so Lappe.

Die Arbeiten zur Renaturierung des Kirchderner Grabens sind noch im Gange

Die Arbeiten zur Renaturierung des Kirchderner Grabens sind noch im Gange. © Andreas Schröter

Übrigens sei auch gerade im Moment der Wasserstand einiger Gewässer wie des Kirchderner Grabens wieder sehr niedrig.

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Bekanntlich ist der Lippeverband derzeit damit beschäftigt, den Kirchderner Graben zu renaturieren. Die Arbeiten liegen im Zeitplan, sagt Anne-Kathrin Lappe, und befinden sich auf der Zielgeraden - dem letzten Stück bis zur Kläranlage.

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