Flammen-Inferno in Hörde: Bewohner entgehen nur knapp dem Tod

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Im Juli 2018 soll ein 20-Jähriger im Haus seiner Ex-Geliebten an der Lugierstraße in Hörde einen Brand gelegt haben. Nun hat der Prozess wegen 13-fachen Mordversuchs begonnen.

Dortmund

, 06.09.2019, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der 20-Jährige den Brandanschlag auf das Zuhause seiner Ex-Geliebten in Hörde genau geplant und akribisch umgesetzt hat: Mitten in der Nacht soll er vor einer Wohnungstür im ersten Stock Benzin ausgegossen und anschließend eine Benzinspur bis vor die Hauseingangstür gelegt haben. Sekundenbruchteile später brach das Inferno los.

Schwere Schäden im Treppenhaus

Die Flammen richteten in dem hölzernen Treppenhaus schwere Schäden an. Die Wände waren nachher rußverschmiert, der Bodenbelag war an einigen Stellen komplett weggebrannt. Außerdem haben mehrere Fenster die hohen Temperaturen nicht ausgehalten und sind geborsten.

Die 13 Personen, die sich zum Zeitpunkt des Feuers in ihren Wohnungen aufhielten, befanden sich in größter Gefahr. Nur dem Eingreifen von Zeugen ist es zu verdanken, dass es nicht zu einer tödlichen Katastrophe kam.

Die Anklage lautet auf schwere Brandstiftung und Mordversuch. Weil die Staatsanwaltschaft sicher ist, dass der 20-Jährige keineswegs nur Angst und Schrecken verbreiten wollte. Sondern dass er wusste, was er tat, und dass ihm das Schicksal der übrigen Hausbewohner zumindest völlig egal war.

Angeklagter war wochenlang untergetaucht

Nach dem Brandanschlag war der junge Mann wochenlang untergetaucht. Erst im September 2018 stellte er sich und ließ sich von der Polizei festnehmen. Die Beamten hatten schon gleich nach dem Feuer gezielt nach diesem 20-Jährigen gefahndet.

Offenbar war das Motiv der Tat schnell bekannt gewesen.

In dem Haus an der Lugierstraße wohnte damals die Ex-Freundin des Angeklagten. Mit der Frau hat der 20-Jährige ein gemeinsames Kind. Die Ermittler gehen von einem Beziehungsstreit als Motiv für die Tat aus.

Prozess wird Wochen dauern

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Feuerteufel wird die Richter sicherlich viele Wochen lang beschäftigen. Denn mit einem Geständnis des Angeklagten dürfen sie - zumindest vorläufig - nicht rechnen.

„Wir haben uns entschieden, keine Angaben zur Sache zu machen“, sagte Verteidiger Axel von Irmer nach dem ersten Verhandlungstag. „Natürlich kann es im weiteren Verlauf der Verhandlung zu Situationen kommen, in denen sich das ändert. Aber das gilt es zunächst einmal abzuwarten.“ Die Verteidigung will unter anderem zunächst das Gutachten eines Brandsachverständigen abwarten.

Polizisten als Zeugen

Die Verhandlung wird Mitte September mit der Vernehmung von Polizeibeamten fortgesetzt. Auch die Ex-Freundin des Angeklagten und weitere Familienmitglieder dürften im Verlauf des Prozesses als Zeugen vernommen werden.

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