Flickschusterei beim Westenhellweg-Pflaster – soll das so bleiben?

hzStraßenschäden

Passanten wundern sich über die neuen Pflasterformen auf dem Westenhellweg. Rechtecke und Winkel aus Basalt sprenkeln die goldene Meile. Das ist der Hintergrund - und so geht es weiter.

Dortmund

, 30.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Es klappert die Meile am laufenden Band... Wieder sind Teile des Natursteinpflasters auf dem Westenhellweg kaputtgegangen. Und der Trupp des Tiefbauamtes hat am Mittwoch die Schäden ausgebessert. Allerdings mit ganz anderen Pflastersteinen als denen aus Granit und Carraramarmor, die dort ursprünglich lagen.

Rechtecke und Winkel aus grauem Basaltkleinpflaster sprenkeln den oberen Westenhellweg zwischen Westentor und Petrikirche wie Flicken im steinernen Teppich. Ist das Kunst? Oder Kapitulation vor den immer wiederkehrenden Schäden? Fehlt der Schotter für neue Steine? Oder sind der Stadt schlicht die schicken Pflastersteine ausgegangen? Letzteres. Allerdings nur vorübergehend.

Originalsteine sind bestellt

Auf Anfrage erklärt Stadtsprecher Christian Schön, die Originalsteine für den Westenhellweg seien bereits bestellt. Aber sie hätten laut Sylvia Uehlendahl, Leiterin des zuständigen Tiefbauamtes, aktuell eine Lieferzeit von rund fünf Monaten. Doch der Kirchentag ab 19. Juni steht vor der Tür. Aus Verkehrssicherungsgründen, so Stadtsprecher Schön, musste das Tiefbauamt deshalb „kurzfristig auf dem Westenhellweg tätig werden, so dass jetzt die kleineren Steine übergangsweise eingebaut wurden.“

Flickschusterei beim Westenhellweg-Pflaster – soll das so bleiben?

Nicht schön, aber verkehrssicher: Auch Winkelformen wurden gepflastert. © Christian Gerstenberger

Der Westenhellweg ist ein teures Pflaster und die Schadensbekämpfung eine unendliche Geschichte. Im Jahr 2000 wurde das anfällige Pflaster verlegt und zeigte bereits drei Jahre später die ersten Schäden: Steine waren eingerissen, vermackt und gebrochen. Und noch ein paar Jahre später wirkte der Belag, der 3,5 Millionen Euro (inklusive Untergrund) gekostet hatte, wie eine schangelige Patchworkdecke mit knöcheltiefen Löchern.

Weitere Dehnungsfugen ins Pflaster geschnitten

Ein Gutachter wurde damals im Streit zwischen der Stadt und der ausführenden Baufirma aus Lingen eingeschaltet. Der kam zu dem Schluss, dass die Schäden auf einen Mix von Planungs- und Ausführungsfehlern zurückzuführen waren. Letztlich empfahl er, quer zum Westenhellweg zusätzliche Dehnungsfugen ins Pflaster zu schneiden, die Fugen zu verdoppeln und die kaputten Steine auszutauschen. Das wurde 2007 und 2008 gemacht. Kostenpunkt: 80.000 Euro, die aber zum Teil unter die Gewährleistungspflicht fielen.

Doch seitdem gehen immer wieder Steine im Pflaster kaputt. Besonders stark betroffen ist das 300 Meter lange Teilstück vom Westentor bis zur Petrikirche. Zur Beseitigung von Straßen- und Pflasterschäden in der City hat das Tiefbauamt ständig eine Drei-Mann-Kolonne im Einsatz.

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