Der Angeklagte hat den sexuellen Übergriff im Prozess bestritten. © Martin von Braunschweig
Revision erfolgreich

Folter und Vergewaltigung: Dortmunder (53) muss erneut vor Gericht

Der BGH hat das Urteil gegen einen mutmaßlichen Sexualstraftäter aus Hörde aufgehoben. Der 53-Jährige soll eine Bekannte brutal vergewaltigt haben. Jetzt kommt es zu einem neuen Prozess.

Die 31. Strafkammer des Dortmunder Landgerichts hatte den heute 53-Jährige im September 2019 zu acht Jahren Haft verurteilt. Die Richter hatten keinen Zweifel daran, dass der Mann in seiner Wohnung eine Bekannte vergewaltigt hatte. Das Opfer soll an diesem Morgen außerdem von einem 14 Jahre alten Mädchen und einem 13-jährigen Jungen misshandelt worden sein.

Anlass der brutalen Folterszenen soll der Diebstahl von Porzellanengeln an der Schlanken Mathilde gewesen sein. Das 14-jährige Mädchen hatte die Figuren dort zum Gedenken an ein im Hörder Parkhaus erstochenes Mädchen aufgestellt. Als es am Tattag hörte, dass die Engel gestohlen waren, hatte es gleich die Bekannte des Angeklagten im Verdacht.

Bundesgerichtshof legt Revision ein

Der vorbestrafte Sexualstraftäter hatte im Prozess jedoch lediglich zugegeben, die Misshandlungen mit seinem Handy gefilmt zu haben. Den sexuellen Übergriff soll dagegen der 13-jährige Junge verübt haben.

Der Bundesgerichtshof kritisiert nun in seiner Revisionsentscheidung, dass sich die Richter im Urteil tatsächlich zu wenig mit der Rolle des Jungen auseinandergesetzt hätten. Zwar hatten sie den 13-Jährigen als Zeugen vernommen. Am Ende hätten sie aber nicht schlüssig dargelegt, warum sie ausschließen, dass er lügt und den 53-Jährigen zu Unrecht belastet. Wann der neue Prozess beginnt, steht noch nicht fest.

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