Frau beschimpfte Sprechstundenhilfe

DORTMUND Eilig verließ die 36-jährige Angeklagte den Saal im Amtsgericht. „Ihr müsst jetzt nicht mehr lügen“, giftete sie die drei Zeuginnen im Vorbeigehen an. Die nämlich hätten im Prozess gegen die 36-Jährige aussagen sollen - was dann aber nicht mehr nötig war, da die Frau ihren Einspruch gegen einen Strafbefehl zurückgenommen hatte. Wegen Beleidigung muss sie nun 400 Euro Geldstrafe zahlen.

von Von Irina Fernandez

, 10.01.2008, 18:44 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Frau aus dem Dortmunder Westen rief im vergangenen Sommer mehrmals in einer Arztpraxis im Kreuzviertel an – und beschimpfte dort die drei Sprechstundenhilfen. Eine davon ist ihre Nebenbuhlerin, die sie am 2. August 2007 am Telefon besonders übel beschimpfte. „Rattengesicht“ gehörte dabei zu den harmloseren Worten, die die 36-Jährige während des Anrufs benutzte.

Kurz nachdem sie aufgelegt hatte, griff die als Telefon-Agentin beschäftigte Frau erneut zum Hörer und soll ihrer Rivalin angedroht haben, am Abend zu ihr zu kommen und sie fertigzumachen. Am Donnerstag betonte sie vor dem Gericht, dass sie die 40-Jährige nur beschimpft, nicht aber bedroht habe. „Wenn ich ihr etwas hätte antun wollen, dann hätte ich das schon längst machen können“, sagte sie. Aber so etwas könne sie sowieso nie tun, versicherte sie. Auch wenn die Eifersucht an ihr nagt: Denn ihre Konkurrentin soll schon seit zehn Jahren ein Verhältnis mit ihrem Mann haben. „Das ist eine lange Geschichte“, sagte die Telefon-Agentin.

Ihren Einspruch gegen einen Strafbefehl über 400 Euro, die sie zuerst nicht bezahlen wollte, nahm sie zurück. Sie sei zurzeit krank und wolle sich mit der ganzen Geschichte nicht mehr auseinandersetzen, sagte sie. Und fügte hinzu: „Ich bin froh, wenn das alles hier vorbei ist.“

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