Frau mit 43 Messerstichen umgebracht: Fall geht vor den Bundesgerichtshof

Scharnhorster Messerstecher

Weil er seine Ex-Partnerin mit 43 Messerstichen erstochen hat, ist ein 32-jähriger Iraker aus Scharnhorst vom Landgericht verurteilt worden. Jetzt geht der Fall wohl vor den Bundesgerichtshof.

Dortmund

, 27.06.2019 / Lesedauer: 2 min
Frau mit 43 Messerstichen umgebracht: Fall geht vor den Bundesgerichtshof

Wahrscheinlich muss sich das BGH mit dem Urteil befassen. Beide Seiten haben Revision angekündigt. © dpa

Der Iraker, der seine Frau erstochen hat, war vom Landgericht Dortmund zu 10 Jahren Haft verurteilt worden. Bei der Obduktion der Leiche hatten die Rechtsmediziner sage und schreibe 43 Messerstiche gezählt. Der Mann muss wie im Wahn zugestochen haben, nachdem seine Ex-Partnerin ihn zuvor provoziert haben soll. Kurz darauf hatte er ein Foto der blutüberströmten Leiche im Internet veröffentlicht.

Hat das Opfer den Angeklagten provoziert?

Die Staatsanwaltschaft hatte den 32-Jährigen zunächst wegen Mordes angeklagt. Im Laufe des Prozesses am Landgericht hatte sich dann aber herausgestellt, dass die Frau möglicherweise doch nicht arg- und wehrlos war, als der Angeklagte sie mit dem Messer attackierte. Der Iraker selbst hatte behauptet, die Frau habe ihn unmittelbar zuvor bespuckt und höhnisch herausgefordert: „Bring mich doch um, wenn du ein Mann bist.“

Verurteilung nur wegen Totschlags

Weil dies nicht zu widerlegen war, hatte das Gericht am Ende nur eine Verurteilung wegen Totschlags ausgesprochen. So weit wie Verteidiger Jan-Henrik Heinz, der eine Haftstrafe von lediglich fünf Jahren gefordert hatte, wollten die Richter dann aber doch nicht gehen. Jetzt lassen Heinz und der Angeklagte das Urteil vom Bundesgerichtshof überprüfen. Und auch die Angehörigen des Opfers haben Revision eingelegt, wie das Landgericht am Mittwoch bestätigte.

Das bedeutet: Sobald das schriftliche Urteil vorliegt, haben beide Seiten einen Monat Zeit, die Revision zu begründen. Dann hat der BGH das Wort.

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