Freibad-Chaos in Deusen: Anwohner verrät die „beste, schnellste und einfachste Lösung“

hzFreibad Hardenberg

Josef Lipke beobachtet als direkter Anwohner seit über 30 Jahren die Geschehnisse rund um das Deusener Freibad. Er ist sich sicher, dass sich das Chaos an Hitzetagen ganz leicht lösen lässt.

Deusen

, 10.07.2019 / Lesedauer: 3 min

In den Augen von Josef Lipke (85), der kürzlich einen Brandbrief an den Polizeipräsidenten schrieb, gibt es eine ganz einfache Lösung, mit der sich das Verkehrs- und Park-Chaos am Deusener Freibad verhindern ließe. Das Zauberwort heißt seiner Meinung nach „Ordnung“.

„Früher hat das doch auch wunderbar funktioniert“, sagt der 85-Jährige. Damals habe der Bademeister mit dem Megafon auf der Treppe an seinem Haus im Badweg gestanden und vor dem Falschparken gewarnt. „Mit dem Ergebnis, dass die Straße für Polizei, Feuerwehr und Anwohner frei war. Bei Überfüllung des Parkplatzes wurde die Einfahrt des Badwegs an der Deusener Straße mit einem Schlagbaum gesperrt. Da hat man sich einfach über Funk verständigt.“

Freibad-Chaos in Deusen: Anwohner verrät die „beste, schnellste und einfachste Lösung“

An den meisten Tagen des Jahres herrscht gähnende Leere auf dem Freibad-Parkplatz. Dass die Schranke nachts nicht geschlossen wird, ärgert Josef Lipkes Tochter Doris Lipke. „Wir werden nachts oft belästigt, weil vor allem junge Leute hier Krach mit ihren Autos machen.“ © Beate Dönnewald

Josef Lipke: „Warum setzt die Stadt nicht zusätzliches Personal ein?“

Für Josef Lipke ist es unverständlich, dass die Stadt an den Hitzetagen, an denen bekanntlich massenweise Freibad-Besucher nach Deusen kommen, nicht zusätzliches Personal zur Verkehrsregelung einsetzt. „Das ist doch die beste, einfachste und schnellste Lösung“, meint der 85-Jährige. „Leider bin ich zu alt und nicht autorisiert, sonst würde ich mich selber mit dem Megafon auf meine Treppe stellen.“ Seit rund zehn Jahren, schätzt Lipke, spitze sich die Lage von Jahr zu Jahr mehr zu.

Einbahnstraßen-Regelung, Verkehrsleitsysteme oder der Bau von weiteren Parkplätzen seien zwar auch mögliche Lösungen, so Josef Lipke, aber Aufwand und Kosten eigentlich zu groß: „Man muss wissen, dass es nur um eine geringe Zahl von Überbelegungen geht, nämlich bei 30 Grad plus, meistens samstags und sonntags.“ Im Schnitt sei also an 12 bis 15 Tagen pro Jahr der Teufel los.

Freibad-Chaos in Deusen: Anwohner verrät die „beste, schnellste und einfachste Lösung“

So sieht es normalerweise im Badweg aus. Josef Lipke ärgert es, dass das Parkverbot ganzjährig gilt und nicht nur während der Freibadsaison. © Beate Dönnewald

Die Stadt hat noch nicht geantwortet

Aber auch an diesen Tagen müsse die Zufahrt für Feuerwehr und Krankenwagen gewährleistet sein. Gerade im Badweg würden viele ältere Menschen wohnen, er selbst leide an einer schweren Lungenkrankheit. „Jeder Veranstalter muss Auflagen erfüllen, aber die Stadt kann Chaos veranstalten, das kann doch nicht sein.“ Sein Ärger richte sich also nicht gegen das Freibad. „Damit konnten wir immer gut leben, der Lärm macht uns überhaupt nichts.“ Auch die ehrenamtlichen Freibad-Helfer sehe er nicht in der Verantwortung, betont der Senior.

Lipkes Brandbrief an die Polizei ging auch an die Stadt. „Bislang habe ich nur eine Eingangsbestätigung bekommen.“ Er wolle noch eine Weile abwarten, ansonsten werde er sich an höhere Instanzen wenden. Auch vor einer Petition an den Landtag schrecke er nicht zurück. „Wir haben lange ruhig gehalten und das Versagen der Stadt geschluckt. Aber irgendwann verschluckt man sich.“

Josef Knops: „Der Bericht der Polizei stimmt hinten und vorne nicht“

Von dem Antwortschreiben der Polizei sei er enttäuscht, sagt Lipke. Nicht nur der herablassende Ton habe ihn geärgert, sondern vor allem auch die Aussage der Polizei, dass trotz „des ordnungswidrigen Parkens zwei Fahrstreifen befahrbar sind.“ Ein Scherz. Lipke hatte Fotos mitgeschickt, die das Verkehrschaos am 23. Juni zeigten.

Auch Anwohner Josef Knops erzürnt die Antwort der Polizei: „Der Bericht der Polizei über die Straßenverhältnisse im Badweg stimmt hinten und vorne nicht“, schreibt er. Der Badweg sei 5,55 Meter breit, sobald eine Seite zugeparkt ist, reiche der Platz für zwei entgegenkommende Autos nicht aus. „Wenn die Feuerwehrzufahrt bis zur Einfahrt zugeparkt wird, dann soll die Polizei mir zeigen, wie ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr da reinfahren soll.“

Beide Anwohner würde darüber gerne mit der Polizei bei einem Ortstermin sprechen.

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