Fridays for Future: Wie sauber haben die Umwelt-Aktivisten den Revierpark hinterlassen?

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Bei Großveranstaltungen gibt es jede Menge Müll. Im Revierpark Wischlingen tagten 1400 Fridays-for-Future-Aktivisten. Wie sauber haben die Kämpfer für eine saubere Welt das Camp hinterlassen?

Dortmund

, 05.08.2019, 15:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ändert das System, um den Klimawandel zu stoppen. Oder, auf Englisch: „System Change, not climate Change“ - so prangt es an der S-Bahnhaltestelle Wischlingen. Bunte Bildchen machen Stimmung gegen Autos, die AfD und gegen Fleischesser. Einige Graffiti und Aufkleber sind in der Nähe des Revierparks Wischlingen zu sehen, wo von Mittwoch bis Sonntag 1400 Fridays-for-Future-Aktivisten ihren ersten bundesweiten Sommerkongress abgehalten haben. Die Aussagen legen nahe, dass zwischen dem Kongress und den geklebten Botschaften ein Zusammenhang besteht.

Fridays for Future: Wie sauber haben die Umwelt-Aktivisten den Revierpark hinterlassen?

"Die Teilnehmer sind ein wenig stickerfreudig", so Helena Marschall vom Organisatorenteam. "Sie wurden aber definitiv nicht von uns angestiftet. Auf die Idee kamen sie selber." © Sylva Witzig

Auch Mit-Organisatorin Helena Marschall widerspricht diesem Vorwurf nicht wirklich: „Die Teilnehmer sind durchaus ein bisschen sticker-freudig. Wir haben sie aber nicht dazu angestiftet. Auf die Idee kamen sie selber. Wir wissen schon, dass das eigentlich Sachbeschädigung ist. Falls es jemanden stört, werden wir das auch wieder entfernen“, erklärt sie.

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Auch Schmierereien deuten auf die Aktivisten hin. Helena Marschall vom Organisatorenteam beteuert, dass die Aktivisten ihre Hinterlassenschaften auch wieder entfernen würden, wenn sie jemanden stören. © Sylva WItzig

Der Müll wird ordentlich getrennt

Die Umweltaktivisten verließen ihren Kongressort selbst hingegen wirklich blitzeblank. Ungefähr 30 Helfer sind beim Besuch vor Ort am Montagvormittag noch damit beschäftigt, die letzten Bierbänke, Flaschen und Mülltüten einzusammeln. Die Bühne und das Küchenzelt stehen noch - der Campingplatz hingegen ist bereits komplett geräumt.

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„Wir sind überrascht, wie schnell das alles ging. Am Sonntag sind spontan noch einige Leute hier geblieben und haben uns geholfen. Da ging es ruckzuck“, erzählt Marschall. „Unseren Müll hatten wir während des Kongresses schon getrennt. Das, was wir so auf den Wiesen fanden, haben wir auf einen Müllsammelplatz geworfen und dann auseinander sortiert.“ Deshalb hätten die Müllwerker nicht mehr viel zu tun.

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Hier stand das Küchenzelt - dort wird noch fleißig abgebaut © Sylva Witzig

17 Mülltonnen wurden zusätzlich zu den städtischen Eimern im Park von der EDG gestellt. Die ist mit der Mülltrennung zufrieden: „Die Gewerke hatten einen guten Eindruck. Hier wurde gut getrennt - anders als auf anderen Veranstaltungen. Die Mengen waren aber so gering, dass wir den Müll nicht getrennt gewogen haben und daher nicht genau sagen können, wie viele Kilo Müll wir mitgenommen haben“, so eine Pressesprecherin am Montag auf Anfrage.

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DIe Mülleimer im Revierpark sind seit dem Kongress ein wenig bunter. © Sylva Witzig

Auch Umweltaktivisten essen Pizza

Bauzäune zum Schutz der Beete, so wie sie beim Juicy Beats aufgestellt werden, brauchte man im Revierpark nicht. „Wir sind eher Leute, die die Blumen gießen“, kommentiert Organisator Tom Patzelt mit einem Lächeln im Gesicht. „Wir selbst brauchten aber auch eine Menge Wasser bei den Temperaturen. Hinter unserem Büro warten noch einige Getränkekisten auf den Abtransport.“

Dort stapeln sich Kisten, Papiertüten und andere Überreste des Wochenendes. Vor der Tür zum Orga-Büro liegt übrigens ein Pizzakarton - so, wie man es von jungen Leuten erwartet. Umweltaktivisten sind eben auch nur ganz gewöhnliche Menschen.

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Umwelt-Aktivisten sind auch nur Menschen. Deshalb findet man selbstverständlich auch Pizzakartons vor der Tür des Orga-Büros. © Sylva Witzig

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