Dortmund hat jetzt seine eigene Kinderfeuerwehr

hzNachwuchsarbeit

Basteleien statt Brände: In Dortmund gibt es nun offiziell eine Kinderfeuerwehr. Mit der neuen Spaß-Einheit verfolgt die Dortmunder Feuerwehr ein konkretes Ziel.

Dortmund

, 03.12.2019, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Na, wenn da mal nicht ein künftiger Lebensretter heranwächst. „Es war schon immer mein Traum, Feuerwehrmann zu werden“, sagt der 8-jährige Max. „Und als ich kleiner war, hat mir mein Papa sogar ein Feuerwehr-Bett gebaut.“

Bei so viel Enthusiasmus ist es kaum verwunderlich, dass Max zu den ersten Mitgliedern der Dortmunder Kinderfeuerwehr gehört, die am Freitag (29.11.) offiziell aus der Taufe gehoben wurde.

Bis Oberbürgermeister Ullrich Sierau in der Stahlhalle der DASA aber den Feuerwehrnachwuchs begrüßen und die Gründungsurkunde übergeben konnte, war eine Menge an Vorbereitungen vonnöten.

Denn erst seit 2016 darf es in Nordrhein-Westfalen Feuerwehren für Kinder ab sechs Jahre geben; und die Zeit seither nutzten Stadt und Feuerwehr, um das Projekt auf stabile Füße zu stellen.

Nichts dem Zufall überlassen

Mit Dorina Fichte übernahm eine Sozialpädagogin die Leitung des einmaligen, von der Stadt finanzierten und auf zwei Jahre ausgerichteten Projekts „Kinderfeuerwehr Dortmund“.

Denn es sollte nichts dem Zufall überlassen werden, wie Feuerwehrsprecher André Lüddecke erläutert: „Wir haben zwar schon 18 Jugendfeuerwehren in Dortmund, aber bei den Kindern kommt noch eine gehörige Schüppe an pädagogischer Arbeit drauf.“

Gemeinsam mit Fachleuten von der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr erstellte Dorina Fichte ein Konzept, das seit Anfang des Jahres an den beiden Pilotstandorten Asseln und Lichtendorf erprobt wurde. Alle 14 Tage treffen sich dort jeweils 14 Kinder, um die Aufgaben der Feuerwehr kennenzulernen und vor allem, um Spaß zu haben.

Dortmund hat jetzt seine eigene Kinderfeuerwehr

Neben den Feuerwehrleuten in spe wohnte auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau der Gründungsveranstaltung der Kinderfeuerwehr in der Stahlhalle der DASA bei. © Michael Schuh

„Wir haben schon gebastelt und gespielt, aber auch etwas mit Verbänden gemacht“, beschreibt die 7-jährige Nella die Gruppenstunde in Lichtendorf. Denn das spielerische Element soll zwar im Vordergrund stehen, doch Sport, Brandschutzerziehung sowie Erste Hilfe und Feuerwehrkunde stehen ebenfalls auf dem Programm.

Bis zu den Sommerferien wurde das Konzept auf seine Praxistauglichkeit getestet. Da die Arbeit mit den Kindern komplett von Ehrenamtlichen gestemmt wird, musste zudem dafür gesorgt werden, dass die Löschzüge vor Ort die neuen Anforderungen überhaupt in ihre Tätigkeit integrieren können und sich ausreichend Freiwillige finden, die Freizeit und Herzblut in das Projekt investieren.

Auch Bodelschwingh dabei

Denn einerseits sollen die Kinder natürlich Spaß haben, andererseits wünscht sich die Feuerwehr, dass der Nachwuchs auch dabei bleibt, wenn er einmal den Kinderschuhen entwachsen ist.

Und vielleicht kommt ja der Tag, an dem alle 19 Dortmunder Löschzüge über eine Kinderfeuerwehr verfügen. Der erste Schritt ist bereits getan: In Bodelschwingh soll in absehbarer Zeit eine dritte Nachwuchsgruppe ihren Dienst aufnehmen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt