Fußballmuseum: Stadt legt vorsichtshalber schon mal 1,2 Millionen für 2020 zurück

hzRote Zahlen

Es ist amtlich: Das Deutsche Fußballmuseum wird 2019 mit Verlust abschließen. Den größten Teil muss die Stadt ausgleichen. Nun wird nach Lösungen gesucht – auch mit Blick auf kommende Jahre.

Dortmund

, 10.11.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie jüngst im Finanzausschuss des Rates deutlich geworden ist, rechnen die Stadt und der Deutsche Fußballbund (DFB) fürs laufende Jahr aktuell mit einem Minus von rund 845.000 Euro. Aufgrund der ungleichen Verlustverteilung zwischen den beiden Gesellschaftern Stadt und DFB müsste die Stadt 600.000 Euro tragen, der DFB käme auf rund 250.000 Euro.

Ganz gleich, wie hoch das Minus am Ende tatsächlich ausfällt: Der DFB buttert höchstens eine Viertelmillion Euro zu - auf diese Summe hat er seinen Anteil am Verlustausgleich gedeckelt.

Vorsichtshalber 1,2 Millionen Euro

Nach derzeitigem Stand könnte das Fußballmuseum am Königswall auch 2020 rote Zahlen schreiben. In Stein gemeißelt ist das aber noch nicht. Dennoch will sich die Stadt wappnen und fürs nächste Jahr vorsichtshalber 1,2 Millionen Euro Verlustausgleich in den Haushalt einstellen.

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Sie geht nach aktuellem Stand allerdings davon aus, dass diese Summe nicht in vollem Umfang benötigt wird. Bis vor Kurzem hatte die Stadt noch kalkuliert, 2020 mit 292.000 Euro hinzukommen und 2021 mit 360.000 Euro.

Die Stadt und der DFB, beide in gleicher Höhe am Museum beteiligt, wollen gegensteuern. Wie zu erfahren war, werden sich Vertreter der Stadt (OB Ullrich Sierau und Kämmerer Jörg Stüdemann) in den kommenden Wochen unter anderem mit DFB-Präsident Fritz Keller und seinem Schatzmeister zu Gesprächen zusammensetzen.

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Wirtschaftsplan fürs nächste Jahr

Auf der Tagesordnung steht der Wirtschaftsplan des DFB-Museums fürs Jahr 2020. Dabei sollen Maßnahmen ausgelotet werden, wie beide Seiten das sich weiter abzeichnende Defizit in den Griff bekommen wollen.

Ein Thema sollen die Sponsoringerlöse werden: Wie viel Sponsorengelder müssen künftig dauerhaft eingeworben werden? Und wie viel hat jeder der Partner dazu beizutragen? 2018 hatte der DFB noch über 6,2 Millionen Euro Sponsorengelder in das Museum investieren können.

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2019 ist der Betrag auf knapp vier Millionen Euro gesunken. Wie zu hören ist, soll der ehemalige und inzwischen zurückgetretene DFB-Präsident Reinhard Grindel die Schwerpunkte zugunsten der DFB-Akademie verschoben haben – mit dem Resultat, dass ein Teil der Sponsorengelder (VW, Adidas) in die Akademie statt ins Museum fließt. Gleichzeitig hat das Museum begonnen, bei Marketing und Werbung zu sparen.

Das Problem: Die (operativen) Erträge, die das Museum aus dem reinen Betrieb erwirtschaftet, sind positiv und decken die Kosten. Für die Erneuerung der technischen Anlagen beispielsweise, die in der Regel nach rund fünf Jahren ausgetauscht werden, reicht das Geld nicht.

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