Galeria Karstadt Kaufhof droht Kahlschlag – auch in Dortmund?

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Was wird aus der Kaufhaus-Kultur in Dortmund? 80 von 170 Karstadt-Kaufhof-Filialen sollen schließen. Zu den Überlebenschancen der Häuser am Westenhellweg äußert sich der Betriebsrat.

Dortmund

, 19.05.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tausende Jobs stehen auf dem Spiel. Nach dem Entwurf eines Sanierungsplans für Karstadt Kaufhof könnte fast die Hälfte der etwa 170 Filialen geschlossen werden. Der Plan wurde dem Gesamtbetriebsrat am Freitag (15.5.) vorgelegt.

In Dortmund geht es um drei Standorte mit insgesamt rund 500 Beschäftigten: um das Karstadt-Haupthaus am Westenhellweg/Hansastraße, um Galeria Kaufhof am Westenhellweg und um das Karstadt-Sporthaus am Alten Markt.

„Natürlich haben alle drei Häuser eine gute Chance, weiterhin fortzubestehen. Das Potenzial in einem Einzelhandelszentrum wie Dortmund ist da“, sagt der Vorsitzende des Karstadt-Betriebsrats, Gerhard Löpke. Zudem sei das Haupthaus eines der letzten Häuser des Konzerns, in das in den vergangenen Jahren noch kräftig investiert worden sei.

Karstadt Kaufhof: Bald Klarheit über die Dortmunder Häuser?

„Im Moment habe ich in Bezug auf Dortmund aber überhaupt keine Hinweise. Auch wir Betriebsräte wissen zu den Standortschließungen nichts Konkretes. Sobald Namen genannt würden, wäre ja in den jeweiligen Städten auch die Hölle los“, sagt Gerhard Löpke. Für den Arbeitnehmervertreter ist aber auch klar, dass die Geheimnistuerei der Konzernführung nicht mehr allzu lange dauern kann.

An prominenter Stelle am Westenhellweg gibt es auch eine Filiale von Galeria Kaufhof.

An prominenter Stelle am Westenhellweg gibt es auch eine Filiale von Galeria Kaufhof. © Stephan Schütze (Archiv)

Seit Anfang April befindet sich Karstadt Kaufhof unter einem „Rettungsschirm“. In einem Schutzschirmverfahren unter Mitwirkung der Geschäftsleitung soll versucht werden, den Warenhaus-Riesen zu sanieren. „Bis zum 30. Juni“, sagt Gerhard Löpke, „muss ein Insolvenzplan auf dem Tisch liegen. Ich nehme mal an, dass wir bis dahin Klarheit über die Dortmunder Häuser haben.“

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Im Moment kann hinter der öffentlich bekannt gewordenen Zahl von 80 Filialschließungen auch eine Verhandlungstaktik stecken. Mit dem Kahlschlag-Szenario provoziert man einen Aufschrei und steht am Ende dann mit einem nicht ganz so schlimmen Ergebnis vergleichsweise gut da.

Verdi zu Karstadt Kaufhof: „Pläne sind eine Frechheit“

Der hiesige Verdi-Gewerkschaftssekretär Reiner Kajewski reagiert auf jeden Fall zornig auf die sich abzeichnenden, harten Einschnitte. „Das ist eine Frechheit. Es hat den Anschein, dass man die Corona-Krise nutzt, um Standortschließungen und Entlassungen durchzusetzen“, sagt er.

Dass Dortmund aber davon verschont bleibt, ist für Markus Kaluza vom Handelsverband Westfalen-Münsterland sehr gut möglich. „Der Westenhellweg“, sagt er, „gehört zu den meistfrequentierten Einkaufsstraßen in Deutschland.“ Und auch das Sporthaus sei attraktiv und an einem attraktiven Standort.

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