Gastro-Meile Neuer Graben: Wo Dortmund ist wie Paris - Insider-Tipps von Franca (24)

hzSerie „Straßen voller Leben“

Im Kreuzviertel kann man eine Gastro-Tour machen, ohne die Straße zu wechseln: Am Neuen Graben gibt es fast an jeder Kreuzung Bars oder Restaurants. Insiderin Franca (24) nennt die Favoriten.

Dortmund

, 26.06.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ja, auch in Dortmund gibt es Ecken, an denen man sich mit ein bisschen Fantasie nach Paris versetzt fühlt. Die Kreuzung Neuer Graben / Liebigstraße ist so eine Ecke. Wer an sonnigen Sommerabenden draußen vor einem der drei Restaurants an seinem Getränk nippt und den Blick über die Fassaden der Gründerzeit-Häuser schweifen lässt, spürt französisches Savoir-vivre mitten im Kreuzviertel.

Das Quartier ist bekannt für seine Gastro-Landschaft. Das Rückgrat seiner Ausgehszene ist der Neue Graben. Die Straße bietet eine bemerkenswerte Vielfalt an Kneipen, Cafés und Restaurants. Man kann einen ganzen Gastro-Abend entlang des Neuen Grabens verbringen.

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Pralles Angebot einer Großstadt

Franca Bluhm lebt mittendrin. Die 24-Jährige studiert Wirtschaftswissenschaften an der TU Dortmund und wohnt seit drei Jahren mit ihrem Freund am Neuen Graben. Ihr Schlafzimmer geht zur Straße raus. „Es ist hier gar nicht so laut, wie man vielleicht denken würde“, sagt sie.

Gleichzeitig genießt es Bluhm, die im ruhigen Schwerte aufgewachsen ist, hier das pralle Angebot einer Großstadt zu haben: „Ich hab‘ hier in 200 Metern Umkreis zwei Supermärkte, eine Döner-Bude, zwei Pizzerien, eine U- und S-Bahn-Station, einen Pub und eine Eisdiele!“

Hipster-Läden und Länder-Menüs

Bereits am Anfang des Neuen Grabens geht es urban zu: An der Ecke zur Hohen Straße residiert seit einigen Jahren das „Luups“. Hinter den riesigen Schaufenstern eines ehemaligen Möbelgeschäfts sitzen nun die Gäste eines Bar-Restaurants zwischen offenen Backsteinwänden – ein Laden nach globalem Hipster-Standard. Und einer der hochpreisigeren entlang des Neuen Grabens.

Eine Kreuzung weiter geht es mit dem „Wohnzimmer“ bedeutend bodenständiger zu. Die Café-Bar bietet ein Rundum-Paket von Frühstück bis zum Drink abends. Besonders empfehlenswert sind die Länder-Menüs, bei denen man immer montags die Küche eines anderen Landes probieren kann, auch von solch exotischen Orten wie den Seychellen oder der Mongolei.

Drinks zwischen Palmen

Zwei Straßen weiter stößt man dann auf das schon erwähnte inoffizielle Gastro-Zentrum des Neuen Grabens: An der Kreuzung mit der Liebigstraße liegen mit der spanischen Bodega „El Mundo“, der alteingesessenen Pizzeria „Taormina“ und dem stylischen „Schönes Leben“ gleich drei wirklich unterschiedliche Läden, die allesam beliebt sind. Vielleicht am schönsten sitzt man draußen zwischen den Palmen des „El Mundo“.

An der Arneckestraße wartet der Pub „Church“ auf Nachteulen (siehe Tipps unten), während an der Ecke Lindemannstraße im urigen „Bürgermeister Lindemann“ besonders an Spieltagen die Stößchen und Bier-Tulpen im Akkord gezapft werden. Es ist der Abschluss der Gastro-Meile, die dann im ruhigeren Tremoniaviertel ausläuft.

Wenn Sie jetzt Lust auf die Straße bekommen haben: Anwohnerin Franca Bluhm hat uns drei Insider-Tipps für den Neuen Graben verraten.

Gastro-Meile Neuer Graben: Wo Dortmund ist wie Paris - Insider-Tipps von Franca (24)

Das Hitzefrei ist Bluhms Lieblings-Eisdiele. Besonders die Sorte Milchreis-Zimt hat es ihr angetan. © Thomas Thiel


Hitzefrei: Eisdiele mit der perfekten Lage

Bei gutem Wetter sieht man die Eisdiele Hitzefrei (übrigens Gewinnerin unseres RN-Eistests) schon von weitem: Sie ist gut zu erkennen an der Menschentraube, die zufrieden schleckend vor dem Schaufenster des Ladens steht, der strategisch gut neben dem Durchgang zu einem Spielplatz liegt.

„Der Laden ist supersüß und die Bedienungen sind echt nett“, sagt Bluhm. „Meine Lieblingssorte ist Milchreis-Zimt – unbedingt probieren!“

Gastro-Meile Neuer Graben: Wo Dortmund ist wie Paris - Insider-Tipps von Franca (24)

Bei unserem nachmittäglichem Streifzug durchs Viertel war das Church noch zu. Kein Wunder, schließlich ist der Irish Pub der Laden im Kreuzviertel, der am Längsten offen hat. © Thomas Thiel

„Church“: Der Laden für das letzte Bier des Abends

Das „Church“ ist eine Institution im Quartier: Unter der Decke des Pubs hängt der Himmel voller Gitarren. An seinem Tresen bekommt man bis in den frühen Morgen hinein sein Bier.

„Das ist der letzte Laden, der nachts hier noch offen hat“, erzählt Bluhm. Sie empfiehlt als Drink eine „Irish Car Bomb“, ein Guinness, in das ein Schnapsglas Baileys geworfen wird.

Gastro-Meile Neuer Graben: Wo Dortmund ist wie Paris - Insider-Tipps von Franca (24)

Bei Mai's Kuchenbar ein paar Meter abseits des Neuen Grabens an der Lindemannstraße gibt es ausgefallene Kuchenkreationen, zum Beispiel den 1000-Schichten-Kuchen. © Thomas Thiel

Miss Mai: außergewöhnliche asiatische Kuchen

Nur ein paar Meter vom Neuen Graben entfernt, an der Lindemannstraße, liegt das Miss Mai. Das chinesische Restaurant hat seit einiger Zeit auch eine Kuchenbar, die außergewöhnliche asiatisch-europäische Crossover-Leckereien anbietet.

„Kuchen wie dort sieht man sonst nur in Facebook-Videos“, sagt Bluhm. Ihr Favorit ist der 1000-Schichten-Kuchen mit Matcha, fein gemahlenem Grünen Tee. „Er ist sehr frisch und nicht zu süß. Außerdem ist es superaufwendig, ihn zu machen, weil er aus bestimmt über 20 Crêpes besteht.“

Hier liegen die Tipps von Franca Bluhm:

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