Trotz Unterschriften-Flut: „Glück Auf“-Wirtin fühlt sich nicht mehr wohl

hzGaststätte „Glück Auf“

Ein Stammgast hatte zuletzt eine Unterschriften-Aktion für den Verbleib der „Glück Auf“-Wirtin Jasminka Jurcevic gestartet. Sie würde gerne weitermachen, doch es gibt ein großes Aber.

Dorstfeld

, 19.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es waren die Nebenkosten-Abrechnungen der Jahre 2016, 2017 und 2018, die für Unstimmigkeiten zwischen der Wirtin der Gaststätte „Glück Auf“ in Dorstfeld und dem gleichnamigen Gartenverein gesorgt haben.

Inzwischen herrscht Funkstille zwischen beiden Parteien. Sie kommunizieren nur noch über ihre Anwälte und möchten den Fall vor Gericht bringen. Denn es geht um hohe Geldforderungen von beiden Seiten.

Die Wirtin Jasminka Jurcevic verlangt auf Grundlage der Berechnung ihres Anwaltes die Rückzahlung von knapp 19.000 Euro. Sebastian Deutschendorf, der Anwalt des Gartenvereins, hatte Ende Juni eingeräumt, dass die Nebenkosten tatsächlich fehlerhaft berechnet wurden. Allerdings nicht zu ungunsten der Pächterin.

Verein reicht Räumungsklage ein

Im Gegenteil: Inklusive der Pachtzahlung, die Jasminka Jurcevic aufgrund des Rechtsstreits seit April einbehält, schulde die Wirtin dem Verein mehr als 10.000 Euro, so Sebastian Deutschendorf. Eine Zahlung, die Jasminka Jurcevic trotz Corona-Krise umgehend tätigen könnte.

Denn die Pacht hat sie lediglich beiseite gelegt. Allerdings vertraut sie auf die Berechnung ihres Anwalts. Jasminka Jurcevic bleibt bei ihrer Forderung.

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Grund genug für den Gartenverein, eine Räumungsklage einzureichen. Bis zum 31. Dezember darf die Wirtin bleiben, dann soll sie die Gaststätte „Glück Auf“ verlassen. Etwas, das die Stammgäste sich nicht gefallen lassen möchten.

Klaus Keuntje ist einer von ihnen und hat Ende Juli eine Unterschriften-Aktion für Jasminka Jurcevic gestartet. Mit Erfolg. Allein die Pächterin selbst hat bereits über 100 Unterschriften gesammelt, weitere Unterschriften-Sammler sind unterwegs.

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Warten auf den Gerichtstermin

„Wenn alles zusammengezählt ist, rechnen wir mit um die 500 Unterschriften“, sagt der Lebensgefährte der Wirtin. Die Unterschriften kommen dabei nicht nur von Gästen, sondern auch von Vereinen aus der Umgebung und aus benachbarten Kleingartenanlagen, so Klaus Keuntje.

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„Es wäre tragisch, wenn das nichts nützen würde“, sagt er. „Die Gaststätte ist unter Jasminka Jurcevics Leitung sehr beliebt, wie sie selbst auch.“ Doch ob es für sie bei „Glück Auf“ weitergehen wird, ist noch unklar.

„Wir würden gerne weitermachen“, sagt Jasminka Jurcevics Lebensgefährte. „Aber es ist fast schon zum Scheitern verurteilt, so angeschlagen wie das Verhältnis zum Vereinsvorstand ist.“ Hinzu komme die Klage-Flut des Vereins, der nicht nur die Räumungsklage, sondern auch eine Zahlungs- und Unterlassungsklage eingereicht hat.

Nun warten alle Beteiligten auf den ersten Gerichtstermin. „Das wird spannend“, sagt der Lebensgefährte. „Danach kann man dann auch noch einmal schauen, wie es weitergeht.“

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